Sonntag, 14. Februar 2016

[Filmkritik] - "Gänsehaut" oder: "Verflucht sei Stephen King!"


"Eine gute Geschichte hat drei Teile. Den Anfang, die Mitte und...
...die Wendung!"

Worum geht's?

Zach Cooper ist gerade mit seiner Mutter aus der Großstadt in die Kleinstadt Madison gezogen, da seine Mutter eine Anstellung als Stellvertretende Schulleiterin angenommen hat. Gleich am ersten Tag im neuen Haus begegnet er dem Mädchen Hannah und ihrem verschrobenen Vater, die im Haus nebenan wohnen. Hannahs Vater macht Zach deutlich, dass er sich von ihm, seinem Grundstück und vor allem seiner Tochter fernhalten soll. Am Abend beobachtet Zach jedoch einen Streit zwischen Hannah und ihrem Vater, der in einem Schrei endet. Zach informiert die Polizei, die aber keine Gewalttat feststellen kann. Zach beschließt nun mit dem ängstlichen Jungen Champ, den er in der Schule kennengelernt hat, in das Haus der seltsamen Nachbarn einzubrechen und nach Hannah zu suchen. Im Arbeitszimmer entdecken sie dann das Unfassbare: die Manuskripte der Gänsehaut-Bücher von Gruselautor R.L. Stine. Dabei befreien die Jungen ungewollt etwas monströses aus seinem Gefängnis. Und es ist nicht alleine...



Meine Meinung

Für mich war es ein absolutes Muss, diesen Film zu sehen, da ich mit den Gänsehaut-Büchern quasi aufgewachsen bin. Zusammen mit Harry Potter haben sie mir gezeigt, wie großartig und spannend Lesen sein kann. Auch heute verschlinge ich noch gerne zur Halloween-Zeit diese Gruselgeschichten. Daher weiß ich auch, wie R.L.Stine aussieht und war deshalb ein wenig skeptisch gegenüber Jack Black als leicht verschrobenen Stine, auch wenn ich ihn als Schauspieler sehr mag.
Er spielte seine Rolle auch wie erwartet hin und wieder leicht überdreht, wobei mich hier interessieren würde, ob der echte Autor Stine im wahren Leben auch so ist. Dennoch konnte er mich überzeugen und war auch der interessanteste Charakter dieses Filmes. Hin und wieder schoss er auch gegen Erfolgsautor Stephen King, was ich ziemlich witzig fand, da Stine ja auch oft als der "Stephen King der Kinderliteratur" bezeichnet wird, was ihm vermutlich mittlerweile ziemlich aus den Ohren rauskommt.


Das führt mich auch gleich weiter zu den anderen Protagonisten, die recht farblos waren.  Eine Emotionale Bindung konnte ich nur zu Stines Tochter Hannah darstellen, was aber auch nur deswegen so leicht möglich war, weil ich die Schauspielerin schon aus dem Film "Hüter der Erinnerung" kannte und ich daher ein Gefühl der Vertrautheit ihr gegenüber hatte. Zu der Hauptfigur Zach konnte ich leider überhaupt keine Beziehung aufbauen. Selbst Champ, der neue "Kumpel" von Zach, hat mir besser gefallen, als der doch sehr seichte Hauptcharakter selbst. 

"Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt gerade alle Monster befreit, die ich erschaffen habe!"

Im Gegensatz zu den Menschen waren die Monster wirklich fantastisch gemacht. Die eingebauten Animationen sahen realistisch und wirklich gut aus. Die Monster waren detailverliebt gestaltet und ich hatte wirklich Spaß daran, Figuren zu benennen, die ich aus den Büchern kannte.
Schade war, dass zwar viele Monster kurz auftauchten, aber nur wenige davon längere Zeit im Film zu sehen waren. Eine Figur, die ich hier nicht verraten möchte, wurde ausführlicher behandelt und stellte so eine Art Alter Ego von R-L. Stine und gleichzeitig den Widersacher der Gruppe dar, was ich thematisch wirklich gut fand.
In "Gänsehaut" geht es auch ein wenig darum, sich seine Ängsten zu stellen und sie zu überwinden. Leider kam diese Botschaft ein wenig zu kurz, während wiederum die Einführung in die Handlung ein wenig zu lang war. Bis das erste Monster kommt, vergeht einige Zeit, was den Anfang fast langweilig macht. Spannung kommt erst ab der Hälfte des Filmes auf.

Der Grusel-Faktor war in Ordnung, Ich bin schon einiges gewöhnt und erschrecke mich nicht leicht. Allerdings habe ich auf die Reaktionen der anwesenden Kinder im Kino geachtet und habe einige bemerkt, die sich bei bestimmtem Szenen die Augen zu hielten. Die FSK-Freigabe ab 12 Jahre ist hier also vollkommen gerechtfertigt und empfehlenswert. 

Meine Bewertung

3 von 5 Punkte.
 Insgesamt hat mir der Film trotz einiger Schwächen gut gefallen und ich würde ihn definitiv wieder anschauen.

Kommentare:

  1. Oh je - Jack Black als Mr. Stine passt für mein Empfinden auch nicht so recht... Hattest du auch noch die Verfilmungen damals im TV gesehen? Die hatte er selbst ja eingeleitet ;)

    Viele Grüße,
    Enni

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    1. Hallo Enni,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Das ist schon ziemlich lange her, es kann sein, dass ich die gesehen habe, aber ich bin mir leider nicht ganz sicher. Die Kassetten habe ich auf jeden Fall (zusätzlich zu den Büchern) gehört, ich weiß auch, dass ich die Musik am Anfang immer sehr gruselig fand ;-)

      LG
      P.

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