Sonntag, 27. September 2015

[Rezension] - "Der Marsianer" oder: How to - Überleben auf dem Mars.


Titel: Der Marsianer
Autor: Andy Weir
Originaltitel: The Martian
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2014 (Klappenbroschur)
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-453-31583-9
Preis: 14,99 € [D] 15,50 € [A]

Auch mit anderem Cover erhältlich.. 
 
Worum geht's?
 
Mark Whatney ist Teil einer sechsköpfigen Crew auf dem Mars. Während eines Staubsturms wird er von der Gruppe getrennt und für tot gehalten. Seine Kameraden verlassen den Mars und lassen Mark zurück. Er schafft es zurück zur Wohnkuppel und kämpft fortan um sein Überleben. Und das auf einem Planeten, auf dem eigentlich nichts überleben kann.

Meine Meinung

Mark Whatney ist der Botaniker der Gruppe, was ihm vermutlich das Leben rettet. Er versucht mit verschiedensten Mitteln (unter anderem seinem eigenen Urin) Kartoffeln anzupflanzen, die sein Überleben sicher sollen. 
Das Buch besteht aus Dutzenden Logbucheinträgen Marks, beleuchtet später aber auch die Ereignisse im Raumschiff der im Weltall befindlichen Crew und der Menschen auf der Erde, die alles dafür tun, um Mark zu retten. Seine Marstage werden in Sol angegeben, was dem Leser neben anderen Informationen rund um das Astronauten-Dasein wirklich das Gefühl gibt, mit ihm auf dem Mars zu sein. Vieles ist sehr plausibel und wissenschaftlich gut recherchiert.
Auch Marks Reaktionen fand ich realistisch. Ich denke das viele Leser meinen könnten, er handele surreal oder man selber hätte es anders gemacht, aber das ist ja auch vollkommen klar: Mark ist Astronaut, wir nicht. Er wurde dafür ausgebildet so zu handeln wie er es tut, auch wenn es für uns Normalsterbliche manchmal seltsam erscheinen mag. 

Es gibt in diesem Buch sehr viele technische Beschreibungen, dennoch ist alles leicht verständlich. Endlich versteht auch ein Laie was ein Oxygenator, ein Pathfinder oder ein MRM ist. 
Nicht alles klappt auf Anfang. Mark muss viele Niederlagen einstecken und viele Tätigkeiten dutzende Male ausführen, um zu einem halbwegs guten Ergebnis zu kommen.

"Den heutigen Tag habe ich mit einem Nichtstee begonnen. Ein Nichtstee ist einfach herzustellen. Zuerst machen sie Wasser heiß, und dann tun sie nichts hinein." S. 443  

Mark Whatney ist ein Mensch, der niemals aufgibt. Er ist willensstark, witzig und zuversichtlich, dass Unmögliche möglich zu machen. Verzweiflung findet man im Buch nur wenig, zumindest nicht auf seiner Seite.

"Teufel, ja, ich bin Botaniker! Fürchtet meine botanischen Kräfte!" S. 28

Es gibt Momente, die so spannend und Kapitel, die so tragisch enden, dass man das Buch einfach nicht aus den Fingern legen kann. Wie löst Mark wohl dieses oder jenes Problem? Wie geht er mit dieser oder jener Notsituation um?  
Dabei muss Mark sehr viel rechnen. Und schätzen. Auch der Leser wird hier eingebunden, indem Mark ihm eine Rechenaufgabe stellt und auch beschreibt, wie man sie löst.

Gleichzeitig kommt man über dieses Buch ist grübeln. Für Marks Rettung wird eine Menge Geld ausgegeben und es werden andere Menschenleben riskiert.  Man fragt sich hier, was ein Menschenleben eigentlich wert ist und ob Marks Rettung so wichtig ist, wie sie dargestellt wird. Insgesamt hat mich dieses Buch begeistert und wochenlang beschäftigt. 
Und wenn ein Buch das tut, weiß ich wieder, warum ich Lesen liebe.

 
Meine Bewertung

5 von 5 Sternen.

Zusätzlich zum Buch kann ich das Hörbuch sehr empfehlen. Ich habe sowohl das Buch gelesen als auch das Hörbuch (gesprochen von Richard Barenberg) gehört und kann hier tatsachlich sagen, dass es fast spannender war, jeden Abend ein Stück seiner Geschichte zu hören, als zu lesen.

Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Heyne/Randomhouse Verlag  und  Irmi Keis vom Bloggerportal.

1 Kommentar:

  1. Den Gedanken mit den Menschenleben hatte ich auch, als ich den Film im Kino gesehen habe ... Komischerweise aber nicht beim Lesen. Wahrscheinlich weil im Film die Eindrücke und dieser Kraftaufwand deutlicher rüberkamen als im Buch, vermute ich.

    Liebe Grüße
    Ascari

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