Sonntag, 9. August 2015

[Filmkritik] - "Hüter der Erinnerung - The Giver"

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"Ich habe Dinge gefühlt. Und sie waren warm. Und sie waren schön."

Worum geht's?

Die Menschheit hat jegliche Art von Emotionen abgeschafft. Gleichheit wird in allen Bereichen gelebt. Körperliche Nähe und familiäre Bindungen gibt es nicht mehr. Kinder werden regelrecht gezüchtet und dann in Familien gegeben, die es großziehen bis der Tag kommt, an dem sie einem Beruf zugeteilt werden. Der Teenager Jonas erhält eine besondere Bestimmung. Er soll der nächste "Hüter der Erinnerungen" werden und alles verwalten, was die Menschheit einmal menschlich machte. Aber je mehr er erfährt, desto mehr will er es mit anderen teilen. Und damit bringt er sich in höchste Gefahr.


Meine Meinung

Der Film beginnt in schwarzweiß und erhält dann nach und nach seine Farbe. Das ist zuerst etwas ungewöhnlich und seltsam, aber auch sehr einfallsreich und individuell. Je farbiger es wird, desto bildgewaltiger wird der Film auch. Man sieht Bilder der größten Freude, aber auch des tiefsten Schmerzes. Es gibt immer wieder schnelle Bildwechsel voller Emotionen, die mich sehr berührt haben. Der Film zeigt, dass die Menschheit von großem Leid begleitet sein kann, aber jeder Glücksmoment und jedes Zeichen von Liebe, Zugehörigkeit und Menschlichkeit es wert ist, das Leben zu Lieben. 


Die Welt von Jonas ist interessant gestaltet und erinnerte mich ein wenig an die Welt "Atherton" aus dem gleichnamigen Buch. Natürlich ist die Geschichte einer Welt voller Menschen ohne Emotionen nicht neu, aber es kommt ja immer auf die Umsetzung an. Vieles fand ich sehr glaubwürdig und auch möglich, anderes wiederum nicht. Zum Beispiel haben die Charaktere alle verschiedene Namen, warum herrscht nicht auch hier Gleichheit? Aber das sind nur so kleine Dinge, über die ich hinweg sehen kann.

Mit dem Protagonisten Jonas konnte ich mich leider nicht identifizieren, vielleicht bin ich aber auch einfach kein Fan dieses Schauspielers. Wiederum sehr gut gefallen hat mir hier der weibliche Gegenpart der Fiona, gespielt von Odeya Rush. 

Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Ein wenig schade war, dass sehr wenig Aufklärung stattfand. Viele Dinge werden einfach nicht erklärt und am Ende bleiben viele Fragen offen. Ich persönlich kann damit gut leben, da es in meinem Augen ein Film ist, der zum selberdenken anregen soll und dazu animiert, sich selbst vorzustellen, warum bestimmte Dinge so sind wie sie eben sind und ob sie in unserer eigenen Zukunft möglich wären oder nicht. 
Leider ist auch das Ende des Filmes ein bisschen misslungen. Achtung Spoiler [zum Lesen Schrift markieren]: Jonas durchquert gemeinsam mit einem Säugling eine Wüste, stapft durch schneebehangene Berge und und und. Und das wie es zumindest schein innerhalb von wenigen Stunden bis maximal 2 TageHier würde mich sehr interessieren, wie das im Buch ist. Es gibt, und das muss ich zugeben, sicher einige unlogische Elemente, über die man sich aufregen könnte. Ich persönlich mochte den Film aber richtig gerne, das er etwas war, dass ich so noch nicht wirklich kannte. Er war spannend und nahm vor allem am Ende nochmal richtig Fahrt auf. Gerne würde ich hier eine Fortsetzungen sehen (oder lesen!). 

Meine Bewertung

Kleine Mängel, alles in allem aber ein sehr schöner Film.
4 von 5 Punkten.

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