Mittwoch, 25. März 2015

[FMA zur Leipziger Buchmesse] Eoin Colfer / Wolfgang Hohlbein / Jenny-Mai Nuyen / Michael Peinkofer / Rainer Strecker


Bei der Loewe-Thriller-Nacht war auch der Fantasy Autor Eoin Colfer [übrigens "Owen" Colfer ausgesprochen] zu Gast, worüber ich mich sehr gefreut habe.
 "Artemis Fowl" gehört neben Harry Potter zu meiner Kindheit und daher war ich sehr gespannt auf seine Buchvorstellung zu "WARP"[mehr dazu unten].

Eoin Colfer
Eoin Colfer ist ein irischer Schriftsteller und Lehrer und mein Freund behauptet, er sehe ein wenig aus wie Asterix. Er unterrichtete einige Zeit im Ausland (Tunesien, Italien etc.) und war mit Artemis Fowl so erfolgreich, dass er hauptberuflich schreiben kann.
Was ich an seinen Büchern so mag, ist, dass seine Charaktere nicht perfekt sind. Sie haben Ecken und Kanten, sind teilweise sehr intelligent und schlitzohrig und ein wenig kriminell. Auch seine Antagonisten sind stets ausgefeilt und durchtrieben.

"Eoin"-Buchkunst des Verlages
Colfer erzählte im Interview, dass er zwischen Artemis und WARP zwei Krimis geschrieben hat ("Plugged" und "Screwed") , die absurderweise mit "Der Tod ist ein bleibender Schaden" und "Hinterher ist man immer tot" übersetzt wurden, was er ziemlich lustig findet.
Auf Leipziglauscht gibt es übrigens ein wunderbares Interview mit dem Autor - klick!

Allerdings, und das steht nicht im Interview, verriet Colfer, das Rainer Strecker [der Hörbuchsprecher] einen seiner Charaktere so gut sprach, dass er aus den verschiedensten Gründen in Band 3 wieder auftauchen wird.
Eoin Colfer kann aber selbst auch sehr gut vorlesen, seinem Akzent zu folgen war einfach interessant.

W.A.R.P.
(Witness Anonymous Relocation Program)
...ist ein Zeitreise-Abenteuer für Leser ab 14 Jahre. Die FBI-Agentin Chevie soll eine Metallkapsel bewachen. Und das tut sie - seit 9 Monaten. Dann zerplatzt ein Wandspiegel und Chevie weiß, dass die Kapsel endlich ihr Geheimnis preisgegeben hat: einen 14 Jährigen Jungen.
Buch 1: Der Quantenzauberer
Buch 2: Der Klunkerfischer
Die Reihe ist noch nicht beendet.

Die Handlung spielt, wie Colfer verriet, zu Zeiten von Jack the Ripper und Sherlock Holmes, da die Epoche viel Spielraum bietet und auf ihn sehr anziehend für die Story wirkte.

Neben Colfer saß der Hörbuchsprecher Rainer Strecker. Er las eine hervorragende Passage aus WARP und konnte seine Stimme dabei so großartig verstellen, wie ich es bisher nur von Rufus Beck kannte.

Rainer Strecker
...ist Schauspieler und Hörbuchsprecher (Skulduggery Pleasant, Reckless, Tintenwelt).
Strecker erzählte , dass er als Sprecher im Schnitt 1 bis 1½ CDs am Tag schaffe und er sich immer bemühe, die einzelnen Facetten der Charaktere stimmlich zu vedeutlichen. 
Interessant war, dass er auf der Lesung flüssig vorlas, sich später aber herausstellte, dass die Hälfte seines Textes geschwärzt war und er demnach beim Lesen immer wieder Szenen überspringen musste.

Das sah in etwa so aus:


Gerade Hörbücher werden oft gekürzt, unwichtige Szenen oder zu viele Erklärungen rausgeschnitten.

Strecker erzählte auch, dass er bei einem Charakter sehr lange über die dazugehörige Stimme nachgedacht hat, denn der Charakter ist so vielschichtig, dass er eigentlich mehrere Stimmen besitzen müsse. Manchmal ist er laut und wütend, dann wieder leise und sanft, während er eigentlich sagt:

"Ich brech dir gleich den Hals!"

Jenny Mai Nuyen
Ihre Lesung hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Nuyen, konnte aber mit ihren beiden vergangenen Bücher ("Noir" & "Nacht ohne Namen") so gar nichts anfangen. Hier wünsche ich mir ihre fantasievollen Fantasy-Romane aus fremden Welt zurück, in denen ich alle Emotionen durchgemacht habe, die ein Leser haben kann. 

Nuyen ist eine sehr ausgeglichene und ruhige Autorin, zumindest wirkt sie so aufs Publikum. Sie hat ihr Buch sehr gut vorgestellt, mehrere Passagen gelesen und dabei trotzdem nicht wirklich gespoilert. Dennoch kann mich auch "Nacht ohne Namen" nicht überzeugen. Aber wie heißt es so schön: Einmal Fan, immer Fan. Ich gebe sie daher nicht auf und behalte Nuyens Bücher weiter im Blick.

Michel Peinkofer
...habe ich zum ersten mal live gesehen. Er las aus seinem Buch "Gryphony" vor. Er kam als sehr direkter Mensch rüber, er hat auch nicht gewartet, bis er angekündigt wird, sondern hat das Ruder (bzw. das Mikro) selbst in die Hand genommen und losgelegt, was ich sehr sympathisch fand.

Wolfgang Hohlbein
Jedes Jahr dabei und jedes Jahr mit den meisten Menschen um sich herum ist wohl der Fantasy-Meister Wolfgang Hohlbein. Er las aus seinem und Heike Hohlbeins neuem Buch "Die wilden Schwäne". Neu erzählt wird dabei das klassische Märchen von Hans C. Andersen über ein Mädchen und ihre elf Brüder, die in Schwäne verwandelt werden. Gespannt bin ich hier, wie genau die elf Brüder beschrieben werden und ob man sie als Leser auseinander halten kann. Das Buch steht also definitv auf meinem Wunschzettel, auch wenn ich sonst kein großer Hohlbein-Leser bin.

"Game of Thrones"-Messe-Entdeckung

Witzig (aber leider auch ein bisschen gemein) fand ich beim stöbern durch die Stände, dass Tyrion Lannister selbst als Actionfigur kleiner ist als Arya Stark, die selbst noch ein Kind ist. Armer Tyrion.

Wenigstens passt er auf den Thron.

Ich hoffe Euch hat mein kleiner Ausflug in den Fantasy-Bereich gefallen, morgen widme ich mich endlich unseren Kleinsten:

Ich spreche über neue Bücher im Kinder- & Jugendbereich, das Treffen mit der Illustratorin Anke Kuhl und der Besuch der Lesung von Kinderbuchautorin Franziska Gehm
Außerdem verschenke ich ein Kinderbuch-Paket.

Bis dann!
©der Bilder in diesem Post: Paralauscher

1 Kommentar:

  1. Toller Bericht! Ich liebe Jenny-Mai Nuyen und hätte sie auch gerne getroffen. Und der Thron ist ja der Hammer! ;)

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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