Sonntag, 7. September 2014

[Rezension] - "Incarceron" oder: Der Jammer des Schreckens...

Autor: Catherine Fisher
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsjahr: 2013
Seitenzahl: 480
ISBN-13: 978-3-7645-3080-8
Preis: 18,99 € [D] / 19,60 € [A]

Worum geht's? 
"Incarceron" ist ein Gefängnis. Es besteht aus gewaltigen Metallwäldern, heruntergekommenen Städten und hat immer ein Auge auf seine Insassen. Denn Incarceron lebt und denkt. Bisher soll es nur einen Menschen gegeben haben, der entfliehen konnte. Seitdem hat es nie wieder jemand geschafft, dem Gefängnis zu entkommen. Der junge Häftling Finn jedoch will fliehen. Unterstützt wird er dabei von Claudia. Claudia befindet sich außerhalb und ist die Tochter des Hüters.   

Meine Meinung: 

Incarceron war nichts für mich. Die Story klang unglaublich gut, atmosphärisch und einzigartig und ich dachte wirklich, es könnte ein Jahreshighlight für mich werden. Pustekuchen. Wenn ihr die einzelnen Teile meines LET'S READs dazu gelesen habt, wisst ihr, dass ich mit den Charakteren nicht klar kam.

Claudia war mir zu arrogant, ignorant und unsympathisch & Finn war mir zu naiv und meinungslos. Er meinte alles und jedem Vertrauen zu müssen. Ich rechne es ihm zwar an, dass er das Gute in den Menschen sieht, aber es gibt eben Personen, die haben sich dagegen entschieden "gut" zu sein.
Tatsächlich sind mir einige Nebencharaktere mehr im Gedächtnis geblieben, als Finn und Claudia.
Die Handlung floss vor sich hin, gute Abwechslung boten hier die unterschiedlichen Erzählstränge

Was mich aber am meisten störte, waren die unzähligen Fragen, die offen blieben... 

Das ist auch der einzige Grund warum ich Band 2 lesen werde. Ich will diese Reihe verstehen und ich möchte wissen, ob bestimmte Dinge noch aufgeklärt werden oder ob Catherine Fisher sie einfach übergeht.
Interessant ist, dass ich für das Schreiben dieser Rezension auf der Webseite der Autorin war. Sie ist preisgekrönt und hat schon eine Menge geschrieben. Daher frage ich mich, was bei Incarceron schief gelaufen ist. War vielleicht die Übersetzung schuld?

"They were a wild roller-coaster ride of fun, invention, despair and worry." [Quelle]
Catherine Fisher betont auch, dass Incarceron zu den komplexesten Büchern gehörte, die sie bisher geschrieben hat. Vielleicht ist es auch so gewollt, dass der Leser mit Fragen zurückbleibt, aber es sind einfach zu viele. Und vor allem: zu viele unwichtige. Es sind kleine Dinge und Begrifflichkeiten, die den Leser stolpern lassen und von denen ich persönlich auch nicht denke, dass sie wichtig für die weitere Geschichte sind. Ich habe mir unzählige Stellen markieren müssen und das ging mir gewaltig auf die Nerven. 

Normalerweise notiere ich mir mit Post-It-Zetteln schöne Zitate oder aufwühlende Stellen, aber hier... 
...Fragezeichen über Fragezeichen.

Verschenktes Potenzial?

Es gibt auch so unzählig viele Momente im Buch, die richtig Potenzial gehabt hätten. Räume und Gelegenheiten, die, wenn sie besser beschrieben gewesen wären, richtig reingehauen hätten. Wo war hier die Ausarbeitung?
Manchmal hate ich das Gefühl, dass die Autorin gar nicht näher beschreiben wollte, sondern froh war, dass der Moment vorbei war. 
Andere Dinge wiederum hat sie sehr gut beschrieben, aber diese Momente waren dann welche, in denen die Figuren selbst nicht lange verweilt haben. Ehe man sich versah, war der gute Moment und die Gelegenheit verschwunden...

Ich hatte mir auch insgesamt mehr Spannung gewünscht. In so einem Gefängnis kann doch hinter jeder Ecke der Tod lauern. Ich hatte mir wilde Menschengruppen, gefährliche Pflanzen und ein sich ständig bewegendes Gefängnis vorgestellt. Eine Art riesige Kammer des Schreckens [Wortspiel beabsichtigt].
Es gab aber tatsächlich nur zwei kleine Spannungsbög(ch)en, den Rest fand ich eher so dahindümpelnd.  

Bisweilen existierte eine schöne Atmosphäre im Gefängnis, vor allem zu Beginn erfährt man, wie hart das Leben dort ist. Aber durch die Perspektivenwechsel zu Claudia verfliegt diese eben auch schnell und bald hatte ich keine wirkliche Angst mehr um die Figuren. Es ist auch ein Buch, über das ich ewig weiterschreiben könnte, aber das würde den Rahmen sprengen. Daher schaut Euch gerne meine 5 Let's Read Teile + Fazit an und wir sehen lesen uns dann im Band 2!

Meine Bewertung: 2 von 5 Punkten [was mir sehr schwer gefallen ist]
(Mal sehen, ob "Sapphique" mehr zu bieten hat!)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich immer sehr über Kommentare! Aber bitte unterlasse Verlinkungen zu anderen Websites, inklusive deiner eigenen.