Mittwoch, 3. September 2014

[Let’s Read] Incarceron - Ketten an Händen und Füßen [3]

Schaut euch nur dieses Bild an. Immer mehr Fragen, immer weniger Antworten. Ich habe Teil 3 des Buches (Seite 203 - 297) beendet und muss sagen, dass mich dieses Buch immer mehr spaltet.

Verwirrendes

Ich drifte ab. Urplötzlich taucht in einem Kapitel mit Claudia der Satz auf:

„Wir sollten irgendetwas mit dem Leichnam machen“ S. 207

Und ich so: „Hä, was für ne Leiche?" Ich blättere zurück… Ach ja… diese Leiche…
Ich fand sie anscheinend so uninteressant, dass ich sie ein paar Seiten später komplett vergessen hatte. Das schiebe ich auch ein wenig Claudias eigenem Desinteresse in die Schuhe.

Wenn man zum ersten Mal eine Leiche sieht, ist das doch nichts alltägliches, man denkt doch länger darüber nach, oder?

Claudia sieht sie, denkt kurz darüber nach, warum die Person tot ist und dann… nie wieder. Im weiteren Verlauf denkt sie nicht ein einziges Mal an den Toten zurück.
Sie zeigt dafür aber langsam ein bisher mehr von ihrer Intelligenz als in den vorangegangenen Teilen und kann Dinge empfinden. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sie sich nur um sich selbst und um ihren Lehrer schert. Ich finde sie immer noch verzogen und zu blind für die offensichtlichsten Dinge. 

„Sie war die Mistress, die Tochter des Hüters. Eiskalt. Hart wie Eisen“ S. 209

Selbst ihre Hausangestellten behandelt sie nicht gerade freundlich. Aber sie will es auch so.
Die Handlung

Es wird immer kurioser. Die Handlung baut sich weiter auf und wird auch langsam spannender, was ich gut finde. Meine Vermutung, die ich bei Teil 1 bezüglich Finns Vergangenheit hatte, scheint sich zu bestätigen. Dennoch finde ich immer noch nicht in die Geschichte rein. Viele Fragezeichen leuchten in meinem Kopf, die einfach keine Antwort erhalten. Dinge, die interessant wären, werden einfach nicht weiter erklärt.

Ein Beispiel (von dem ich nicht glaube, dass es ein Spoiler ist):
Claudia heißt mit Nachnamen Arlex. Manchmal aber auch Arlexa oder Arlexi. Wieso?


Es ist so, als ob die Autorin zig gute Ideen auf einmal hat und sie ja schnell unterbringen will, damit auch nichts verloren geht. Sie will zu viel. Vieles geht zackzack, wo ich als Leser wie ein Ochs vorm Scheunentor stehe und mir denke: "Hey warte mal, ich komm nicht mit!"
Selbst erneutes Lesen eines Absatzes hat mich nicht näher an die Lösung gebracht. Außerdem stelle ich mir die Frage: "Was von den vielen Dingen ist wichtig und was nicht? Soll ich mir alles merken oder nur das, das, das…?"
Und was genau ist jetzt echt und was eine Illusion?

Die Charaktere

Mit Finn komme ich langsam zurecht. Vielleicht auch, weil er sich IN Incarceron befindet und dadurch mehr spannendes erlebt. Er ist zwar immer noch sehr naiv, aber dafür auch mutig und willensstark. Er will auf jeden Fall aus Incarceron fliehen und hat - im Gegensatz zu anderen Charakteren - ein gewissen und denkt auch an gestorbene Personen zurück. Somit verbindet er Vergangenheit und Zukunft, was Claudia nicht gelingt.

Claudia ist wechselhaft. Manchmal tut sie kluge Dinge und überzeugt mich von ihrer Intelligenz. Und dann tut sie wieder etwas schrecklich dummes. Der Gedanke, den ich am anfang über Finn hatte, kommt nun auch endlich bei Claudia an [S. 227]. 
Aber... hätte sie – als so intelligentes Mädchen – nicht eher darauf kommen müssen?

Achtung, ab hier wird gespoilert!

Außerdem macht die Autorin schon wieder eine Anspielung auf auf etwas aus unserer Geschichte. Sie lässt drei Frauen einfließen, die stark an die Graien erinnern [S.235]. Frauen, die über Leben und Tod bestimmen und das Leben eines Menschen mithilfe eines Lebensfaden durchtrennen. Absicht? 
Im Disney-Film Herkules leben diese drei Frauen bei Hades in der Unterwelt und zertrennen den Lebensfaden, wenn ein Mensch sterben muss.  

Mal sehen, wie es weitergeht.

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Die einzelnen Teile des Let's Reads erscheinen jeden Abend gegen 19.00 Uhr! 

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