Dienstag, 1. April 2014

[Rezension] - "Die unsterbliche Braut" oder: Die Liebe, das Leiden und die Ewigkeit...

Achtung: Bei diesem Buch handelt es sich um den 2ten Band der Goddess Test Serie von Aimeé Carter!
Wer den Vorgänger noch nicht kennt, sollte vielleicht nicht weiterlesen! 
Aber vielleicht interessiert euch ja die Rezension zu Band 1? - klick!
Titel: Die unsterbliche Braut
Autor: Aimée Carter
Originaltitel: Goddess Interrupted
Verlag: MIRA Taschenbuch (Label)
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenzahl: 304
ISBN-13: 978-3862784790
Preis : 9,99 € [D] /  10,30 € [AT]

Worum geht's?: 
Kate ist zurück aus Griechenland, wo sie ihren Sommer zusammen mit James verbracht hat. Sie freut sich auf ihr Wiedersehen mit Henry und fiebert dem Moment des ersten Treffens entgegen. Doch Henry verhält sich sichtlich reserviert und unnahbar - und dann wird er auch noch von Kronos - dem Gott der Titanen und Calliope in der Unterwelt gefangen genommen. Kate macht sich auf die Suche nach ihm. Gemeinsam mit Ava und James macht sie sich in den Höhlen des Tartarus auf, um ihre große Liebe zu retten. Und dabei kann ihr nur eine Person helfen: Persephone - Henrys erste Frau.

Meine Meinung:

Nachdem es auch schon im ersten Band Missverständnisse und sehr viel Distanz zwischen Kate und Henry gab, so hatte ich gehofft, es würde in diesem Band besser werden und man würde vor allem endlich einmal Henrys Liebe zu Kate zu spüren bekommen. Aber da lag ich weit daneben. Band 2 ist auch wieder sehr distanziert und Kate wird in ihren Gefühlen immer unsicherer und verwirrter. 
Natürlich liebt sie Henry. Aber sie schafft es einfach nicht, ihn so zu akzeptieren wie er ist. Sie verlangt zu viel und benimmt sich kindisch. Ich mag sie eigentlich, sie ist ein guter Charakter, der aber zu Beginn des ersten Teils [Das göttliche Mädchen] einfach emotional viel reifer und stärker war. 

Die Beziehung der beiden zueinander nimmt ab, sie gehen in ihrer Entwicklung einen Schritt zurück.

Klar - Kate macht sich auf den Weg durch die Unterwelt um ihn zu finden - aber ihr bleibt ja auch nichts anderes übrig. Henry und seine mitentführten Brüder sind die einzigen, die Kronos aufhalten können und wenn sie sich nicht auf den Weg machen würde, würde sie auch sterben. Also geht sie nicht nur um Henrys Willen und ihrer Liebe zu ihm, sondern auch, weil ihr schlicht und einfach nichts anderes übrig bleibt.
Es gibt auch leider wieder einige logische Schwächen und vor allem das Wort "Äonen" scheint es der Autorin in diesem Band angetan zu haben. Das erinnerte mich sehr an das "postkoitale Haar" aus Shades of Grey.

Hinzu kommt Henrys erste große Liebe Persephone. 

"Selbst ohne es darauf anzulegen, beeinflusste Persephone jeden Bereich meines Lebens und jede Person, die ich liebte. Wie bei einer kleinen Schwester, deren sämtliche Sachen aus zweiter Hand waren, klebte an allem, das ich besaß, ihr Geruch." S. 139
Wenn man mal jemanden so sehr geliebt hat wie Henry Persephone, dann kan man diese Person nicht so schnell wieder vergessen. Das scheint Kate nicht zu verstehen. Sie ist sehr eifersüchtig und als Henry einen Fehler begeht, bricht es ihr fast das Herz. Es geht bergauf und bergab mit den beiden, ich hätte mir hier einfach mehr Vertrauen und vor allem Konstanz in der Beziehung gewünscht.
Die Autorin verwendet auch wieder sehr viel Umgangssprachliche Begriffe, auch Schimpfwörter wie "Schlampe" sind dazwischen. Bei Kate störte mich das nicht so sehr, sie ist sehr jung und ich fand das okay. Aber bei anderen Göttern, die seit Äonen [Scherz am Rande] leben, ist das leider sehr unglaubwürdig.

Es ist nicht so, dass sich Kate in diesem Buch waghalsig allen Gefahren stellt um ihren Typen zu retten, sondern es ist eher so, dass alle anderen die Arbeit machen, während sie jammert und überlegt "Lieb ich ihn? Oder doch nicht?".

Dennoch hatte das ganze auch etwas Gutes. In den meisten Jugendbüchern geht es immer um ein Mädchen, dass zwischen zwei Jungen steht und man macht sich tierisch Gedanken über IHRE Gefühle, aber nicht darüber, wie es den beiden Jungs bei der ganzen Sache geht.
Hier wiederum steht Kate in direkter Konkurrenz mit Persephone. Ich denke, da spielen sehr viel Gefühle eine Rolle und vielleicht wollte Aimeé Carter mal die andere Seite einer Dreiecksbeziehung beleuchten. Kate will geliebt werden. Sie kümmerte sich in Band 1 lange um ihre Mutter, und da diese sie nun nicht mehr braucht, sucht sie einen Ersatz. Jemanden, den sie lieben und um den sie sich kümmern kann. Es gab Momente, in den ich als Leser sie gerne in den Arm genommen hätte, aber es gab eben leider auch Momente, in denen ich sowohl ihr als auch Henry gerne eine geklatscht hätte. 

"Ich wollte, dass er mich anschrie. Ich wollte ihn wütend sehen. Ich wollte ihn zwingen, die übermächtigen Gefühle, die er in mir hervorrief, am eigenen Leib zu spüren, wenn er sich so verhielt wie jetzt." S. 45

Henry ist tausende Jahre älter als Kate. Er hat alle Gefühle dieser Welt kennengelernt und genug Zeit gehabt, sie unter Kontrolle zu bringen und sie zu überdenken. Ein Mensch in Kates Alter hat das nicht. Sie versteht seine Distanziertheit nicht. Er hat Persephone geliebt und verloren und er hat auch die anderen Mädchen, die vor Kate da waren auf ihre Art geliebt und verloren. Dass er nicht sofort unsterblich in sie verliebt ist, kann ich verstehen. Aber Kate versteht es nicht. Aber ist es ihr zu verdenken?

"Es ist für uns beide ein neues Leben., und ich möchte lieber mit dir gemeinsam hineinwachsen, als zu streiten. Es gibt keinen Grund zu Eile. Wir haben die gesamte Ewigkeit." S. 45

Aber wie soll sich ein so junger Mensch so lange gedulden? Das in einem Buch richtig rüberzubringen ist verdammt schwer und Aimeé Carter hat es so gut es geht eben versucht und mit Henry und Kate zwei Figuren geschaffen, die miteinander verwoben sind, aber trotzdem nicht unterschiedlicher sein könnten.

Henry mochte ich wieder überaus gerne, er ist für mich einer der Charaktere, ohne die diese Reihe nicht funktionieren würde. Er und James sind für mich die beiden Personen, für die es sich zu lesen lohnt und für die man über logische Fehler und sprachliche Schwächen hinwegsehen kann. 

James selbst kam leider wieder viel zu kurz. Dennoch ist er einer der wenigen, die Reife zeigen. Die auch mal zurückstecken können und es schaffen, nicht allem und jedem ihr Leid zu klagen. Er hatte vielleicht auch einen hervorragenden Sommer mit Kate, von dem er zehren kann. Allerdings hatte ich gehofft, das er, wenn auch nicht emotional, in diesem Band zumindest Götterkräftetechnisch besser glänzen kann. Aber Pustekuchen. Es mag sein, dass die Götter auch "göttlich" kämpfen können, aber das kann der Leser nicht sehen, weil er - wenn die anderen kämpfen - bei Kate ist und mit ihr durch die Unterwelt latscht.
Ich hatte mir Kämpfe erhofft. Und Fähigkeiten. Ich wollte die göttlichen Kräfte bewundern. Ich wollte die Figuren heilen und Blitze schießen sehen. Pustekuchen 2. 
Alleine Calliope und Kronos bringen ein bisschen Spannung rein, auch wenn ich Calliope überhaupt nicht mag.
Ich muss zum Ende kommen, aber es ist eben eine der Reihe, die am meisten Gesprächsstoff liefern. 

Insgesamt hat mir Band 2 - wenn man von einigen logischen Schwächen mal absieht - ganz gut gefallen.

Es war nicht so gut wie der erste Band der Reihe, aber auch nicht so schlecht, das ich nun aufhören würde weiterzulesen. Nein - ganz im Gegenteil, ich will wissen, wie es nun zu ende geht.
Ich denke immer noch, dass in Aimeé Carter großes Potenzial steckt. Sie hat Ideen, sie kann gute Spannnungsmomente erzeugen, sie liebt ihre Charaktere. Wenn sie nun im kommenden Buch "Der Preis der Ewigkeit" noch lernt, diese Spannungsmomente zu halten und etwas mehr auf die Entwicklung ihrer Figuren zu achten, dann kann diese Reihe unter Umständen ganz toll enden und mich mit einem guten Gefühl zurücklassen.

Meine Bewertung: 3/5 Punkten

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