Dienstag, 25. März 2014

[Rezension] - "Locke & Key 1 - Willkommen in Lovecraft"

Titel: Locke & Key - Wilkommen in Lovecraft
Autor: Joe Hill
Verlag: Panini
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 172
ISBN-13: 978-3-86607-850-5
Preis: 16,95 €

Worum geht's?:  
Zu Beginn des Buches stehen zwei Männer vor dem Haus der Locke's und klopfen an die Tür. Wenige Augenblicke später ist die Familie zerstört. Der Vater ist tot, die Kinder traumatisiert. Die Übriggebliebenden Familienmitglieder bestehend aus den drei Kindern Bode, Tyler und Kinsey und ihrer Mum ziehen ins "Key House". Sie wollen zur Ruhe kommen und die Vergangenheit vergessen. Aber das Haus lässt sie nicht. Schlüssel tauchen auf, die Türen zu verschiedenen Welten öffnen können. Bode geht durch eine Tür, die ihn zum Geist werden lässt. Und dann ist da ja auch noch eine mysteriöse Frau, die im Brunnen hinter dem Haus wohnt...

Meine Meinung:

Graphic Novels findet man eher selten in meinem Bücherregal, aber nachdem eine Youtuberin so geschwärmt hat von der Reihe, wollte ich es doch einmal probieren. Obwohl die Story schon seit 2009 auf dem Markt ist, so gibt es doch bei Amazon zum Beispiel recht wenig Bewertungen, was ich sehr schade finde, da mir das Buch wirklich gut gefallen hat.


Die Handlung beginnt mit einen mehr als schweren Schicksalsschlag. Alle drei Locke-Kinder reagieren unterschiedlich darauf. Sie haben eine Vielzahl an Gefühlen zu durchleben und müssen sich gleichzeitig auch noch mit dem neuen Haus und den sonderbaren Schlüsseln herumschlagen, die es zu finden gilt.

Mit den Kindern selbst konnte ich eine sehr gute Bindung eingehen. Auch wenn bei einem Comic in der Regel nicht die Möglichkeit besteht, die Personen lang und breit zu beschreiben, so kann man bei Locke & Key doch schnell eine Beziehung aufbauen.

Die Gesichtsausdrücke der Figuren sind fantastisch. 

Wenn sie richtig erschüttert waren, hat man das auch gesehen, es gab „Mut zu Hässlichkeit“, denn wenn man Rotz und Wasser heult, ist man nicht auch noch schön dabei. Dann hat man eben rote Augen und nassgeweinte Gesichter. 

Bei dem Mädchen Kinsey muss man zu Beginn etwas aufpassen. Sie hat die Angewohnheit ihre Frisuren zu wechseln und dadurch habe ich sie manchmal nicht gleich erkannt und überlegt, wer denn das neue Mädchen da sei :-)

Am Anfang gab es auch Figuren (der kleine Junge Bode), die mir nicht gefielen - die ich undurchsichtig und unsympathisch fand. Aber mit jeder Seite hat sich dass dann gelegt und Figuren, die ich zu Beginn nicht gemocht habe, entwickelten sich zu meinen Lieblingen.
Natürlich gibt es immer noch eine Figur, mit der ich absolut nichts anfangen kann, aber das ist nicht schlimm, denn als „böse“ Figur darf ich sie hassen.
Auch wenn es ein düsteres Buch ist, so habe ich es doch bevorzugt, bei hellem Tageslicht zu lesen.

Ich hatte immer Angst, ich würde etwas in den Bildern übersehen und müsse deshalb gaaaaaaanz genaaaaaau hingucken. Und obwohl ich wie ich dachte, ALLES gut studiert habe, so wurde ich doch an einer Stelle sehr überrascht. Ich habe nun auch Band 2 gelesen und finde es toll, wie die Geschehnisse aus der Vergangenheit miteinander verknüpft sind und wie Dinge, die im ersten Band nur Randerscheinungen waren, im Folgeband dann umso wichtiger werden. Es ist also egal, wie sehr ihr aufpasst, diese Reihe wird euch umhauen.

Toll fand ich auch die Illustrationen, auf denen der Leser Dinge sieht, die die Figuren selbst nicht entdecken.

Die Dialoge waren kurz (typisch), aber doch informativ. Ein paar Personen sprechen auch sehr vulgär, was ich bei manchen gut fand, bei anderen wieder nicht. Bei besonders bösen Menschen, die aber sehr intelligent sind, finde ich es immer überflüssig, sie durch vulgäre Sprache noch böser zu skizzieren. 

Ich würde schon sagen, dass es ein eher anspruchsvoller Comic ist, bei dem man sich auf die Figuren, das Setting und vor allem die Schlüssel einlassen muss. Ein sehr kraftvoller Comic, der neben bewegenden Momenten aber auch sehr brutal sein kann und sich nicht davor scheut, das Leben der Menschen von Grund auf zu ändern. Es geht um die Entwicklung der Kinder, das Leben in all seiner Grausamkeit und die Frage, wie wichtig Familie ist. Endlich mal wieder eine Reihe zum suchten. 

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten
(aber auch nur, weil ich glaube, dass noch Luft nach oben ist)

Es gibt übrigens auch einen tollen Pilot-Trailer zum Buch:

1 Kommentar:

  1. Die Illustrationen fand ich auch toll! Tolle Rezension!

    LG
    Lily

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