Dienstag, 18. März 2014

Die Buchmesse und ich [2]

Nachdem ich euch schon meine Ausbeute gezeigt habe, darf ein Bericht zur Leipziger Buchmesse natürlich nicht fehlen.

Bei Berichten ist es natürlich immer gut, am Anfang anzufangen. Also...

Samstag, 15.03.2014, 5.30 Uhr
Es regnet. Wie soll es auch anders sein, vor allem, nachdem die ganze Woche Sonnenschein war. Das ist immer so, wenn ich mal Spaß haben will. Manchmal glaube ich, der Wettergott ist mein Vater und immer, wenn ich Spaß haben, will sagt er sich

"Nein! - Hagel, Donner, Blitz und Regen, meine Tochter darf sich nicht von der Stelle bewegen!"

So ein Idiot :-(
Aber gut. Ich habe mir einen Regenschirm geschnappt und habe dem Wetter getrotzt.
Dieses Jahr habe ich mich dazu entschieden, nicht von Berlin aus mit der Bahn zu fahren, das war mir vor zwei Jahren einfach zu anstrengend. Nein, ich wollte bequem sein und habe den Bus ausprobiert. Der fuhr aber natürlich nicht direkt von der Haustür ab, sondern ich musste noch eine Weile mit dem Auto zum Abfahrtort düsen. So weit, so regnerisch.

Samstag, 15.03.2014, 8.00 Uhr
Jetzt geht's loooos! Jetzt geht's loooos!
Nach etwa einer halben Stunde wurde der erste Prosecco geköpft und nach etwa einer Stunde waren die Damen vor mir stockbesoffen. Da kam es gut, dass wir eine kleine Pause auf der Autobahn gemacht haben, wo ich tatsächlich 0,70 € bezahlen musste nur um einmal auf die Toilette zu gehen. *Schnauf*

Samstag, 15.03.2014, 10.30 Uhr
Sitze immer noch im Bus und verpasse Isabel Abedi.       # Traurig # Stau
Ich wollte eigentlich für meine Schwester das Buch "Isola" signieren lassen. Schade.

Samstag, 15.03.2014, 11.05 Uhr
Mit etwas Verspätung habe ich es dann aber zu Kai Meyer geschafft (Leseinsel Fantasy), der aus seinem neuen Buch "Phantasmen" gelesen hat. Es war leider sehr sehr voll und ich habe auch den Anfang verpasst und kam dann nicht mehr ganz hinterher. Aus diesem Grund bin ich auch schon vor Ende der Lesung wieder losgegangen und bin zwischen den Ständen hin und her geschlendert.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Regale auch noch sehr aufgeräumt und schön anzusehen, was im Laufe des Tages aber immer weniger wurde. Verständlich bei den vielen Menschenmassen. Ich denke auch, dass ich nächstes Jahr lieber unter der Woche für zwei Tage hinfahren werde, denn es war teilweise einfach viel zu überflutet und ich hatte auch gar nicht die Möglichkeit alles genau zu betrachten.

Ich bin nur bei wenigen Ständen länger als 5 Minuten gewesen und die Glashalle und Halle 1 (Manga, Anime, Cosplay) habe ich nur zu höchstens 5 % anschauen können.
Letztes Jahr war ich leider krank, aber das Jahr davor hatte ich das Gefühl, ganz gut durchzukommen, aber vielleicht lag es auch daran, dass ich an einem Tag für Fachbesucher da war und deshalb nicht überrannt worden bin.

Zur Mittagszeit habe ich mich dann bei Janet Clarks Lesung zu "Singe, fliege, Vöglein stirb" eingefunden.
Ich habe noch nie etwas von der Autorin gelesen, aber das Buch klang sehr interessant und ist dann direkt auf meinen Wunschzettel geflogen.

Samstag, 15.03.2014, 12.00 - 13.00 Uhr
Zu David Safiers Lesung habe ich es dann auch nicht geschafft, da man von Halle zu Halle wirklich lange brauchte. Teilweise war ich über eine halbe Stunde unterwegs, nur um die Halle zu wechseln.


Ich bin dann gleich weitergezogen zur Signierstunde  von Michelle Raven und Arno Strobel. Auch wenn ich beide Autoren nicht lese, so hatte ich doch versucht für euch Leser ein Autogramm zu besorgen. Allerdings kam ich auch hier etwas verspätet und die Schlangen waren zig Meter lang. Tur mir leid, ein Foto muss euch nun hier reichen.

Beide Autoren hätte ich sicher nicht schaffen können und ich wollte ja pünktlich zu der Buchvorstellung/Diskussion "Rauslassen statt reinfressen" kommen, bei der junge Autoren über Cybermobbing sprechen.

Auch das habe ich nicht geschafft.

Mittlerweile war es nämlich so voll, dass ich nicht über die große Glashalle in Halle 3 reinkam. Über eine halbe Stunde stand ich an der Brücke, aber aus unserer Richtung wurde niemand mehr in die Glashalle reingelassen, denn der Eingang an dem ich stand, wurde kurzerhand zum Ausgang gemacht und man kam nur noch aus der Glashalle raus, aber nicht mehr rein.


Nun musste ich also einen anderen Weg finden und als ich dann schon eine Stunde zu spät dran war, habe ich es gelassen und bin einfach nur rumgestöbert.  Das hat mich sehr geärgert, weil ich wirklich unbedingt dorthin wollte.
Alternativ habe ich dann die Lesung zu Kevin Brooks "Bunker Diary" besucht. Ich hatte mir das Buch einen Tag vorher gekauft und dachte dann es wäre ein guter Ersatz zu der Cybermobbing-Lesung.

Falsch gedacht!

Der Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn war da und hat aus dem Buch gelesen und darüber gesprochen - diese Lesung war für mich sehr zwiegespalten.

Ich hatte schon online gelesen, dass der Autor erkrankt ist und daher nur der Übersetzer da sein wird. Andere Leute aus dem Publikum schienen das nicht zu wissen. Die Begrüßung begann und die Moderatorin berichtete eben von der Erkrankung des Autors und das stattdessen der Übersetzer da wäre. In diesem Moment standen schon einige Leute auf und gingen. Das fand ich sehr respektlos. Ich kann natürlich verstehen, dass man vielleicht enttäuscht ist, wenn der Autor nicht kommt, aber kann man dann nicht auch dem Übersetzer gegenüber Respekt zeigen und wenigstens 5 Minuten bleiben um ihm zuzuhören? Es geht doch auch zu 50 % um das Buch und der Übersetzer steht in engem Kontakt mit dem Autoren und hat daher sicherlich auch das ein oder andere interessante zu erzählen.

Ich bin also sitzen geblieben und war zu Anfang auch ganz begeistert, was der Herr so erzählte. Auch wenn seine Stimme etwas gewöhnungsbedürftig war, so hat er doch auch gut gelesen. Ich glaube, er war auch selber ein bisschen enttäuscht über das Weggehen einiger Leute, den er fragte ganz verzagt, wer das Buch denn überhaupt kenne oder zumindest schon mal in der Hand gehalten habe. Wenig Hände gingen hoch. Ich denke, einige Leute waren auch einfach nur da, um mal "zu sitzen". Der Übersetzer hat dann versucht uns Besucher für das Buch zu begeistern und hat erzählt, wie Kevin Brooks schreibt und was das besondere an seinen Büchern ist. Er selbst hat schon 13 seiner Bücher übersetzt und ich hatte das Gefühl, dass es für ihn wirklich ein Herzensautor ist. Bis dahin gefiel mir die Lesung wirklich gut!

Dann hat der Übersetzer aber einen Fehler gemacht, den ich als einen großen Schnitzer in der Lesung selbst betrachte.

Er begann zu spoilern. Ein bisschen spoilern ist okay. Man muss ja erklären, worum es geht und vielleicht auch wie sich die Figuren entwickeln, aber er hat uns direkt ins Gesicht gesagt, wer am Ende stirbt. Das war schrecklich. Ich hatte das Buch ja gerade erst gekauft und nach dem guten Beginn seiner Lesung hatte ich wirklich Lust, es gleich anzufangen, wenn ich Zuhause bin. Aber nun weiß ich ja, wie die Story ausgeht und das hat mir ein bisschen die Lust genommen...

Ich bin mir sicher, der Übersetzer hat es nicht böse gemeint oder mit Absicht getan, aber so etwas darf nicht passieren. Oder doch? Ich bin selten auf Lesungen, aber bisher hat noch nie jemand soweit ans Ende des Buches vorgegriffen..

Samstag, 15.03.2014, 14.00 - 15.30 Uhr
 
Ich bin dann in die Congresshalle gegangen zum großen Lovelybooks-Bloggertreffen. Das war sehr schön. Ich habe mich hingesetzt, drehe meinen Kopf nach links und sehe... Sonya Kraus. Ich bin fast vom Stuhl gefallen. Und sie ist sooo witzig. Ich habe euch ja berichtet, das ich dort wie alle anderen Blogger das Buch "Törtchenzeit" bekommen habe, worüber ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken möchte.
 
Nach einer kleinen Buchvorstellung gab es dann eine Diskussion mit Karla Paul von Lovelybooks, dem Autoren Kai Meyer, einer Dame von Iron Buchblogger und einer Frau von Bastei Lübbe (schlechts Namensgedächtnis, Verzeihung!) und zwei anderen Buchbloggern, die ich sehr interessant fand.

Leider gab es nur eine einzige Frage aus dem Publikum, von daher war es eine sehr einseitige Diskussion - aber trotzdem spannend!
Ich hätte ja auch gerne etwas gefragt, aber mich ergreift dann immer der Schüchternheitstroll und ich wäre vermutlich in Tränen ausgebrochen, hätte man mir das Mikro gereicht. 

Samstag, 15.03.2014, 15.30 Uhr
Ich wollte noch etwas Zeit für mich haben, bevor der Bus wieder abfuhr, deswegen bin ich etwas eher gegangen. Ich bin nochmal schnell in die Kinderbuchhandlung gelaufen und habe dort nach Büchern geschaut, aber dieses Jahr war nicht viel interessantes (für mich) dabei. Vielleicht war es auch schon zu spät am Nachmittag, denn die Regale waren schon etwas durchsiebt. Auch als ich nochmale durch die Halle schlenderte sind mir die leeren Regale aufgefallen. Die Verlage kamen mit dem auffüllen gar nicht richtig hinterher.

Samstag, 15.03.2014, 16.30 Uhr
Wo ist dieser Bus nur geblieben? Reihe 37! Hat ewig gedauert, den wiederzufinden.


Mein Fazit?



Durchwachsen. Ich bin nicht 100% zufrieden, wie alles gelaufen ist. Vielleicht habe ich mir auch zu viel Stress gemacht, ich weiß es nicht. Als ich vorletztes Jahr zum ersten Mal da war, das war alles noch so neu und unbekannt und ich bin ziellos herumgelaufen und habe alles mit großen Augen betrachtet. Dadurch habe ich natürlich auch nicht eine einzige Lesung gesehen oder ein einziges Autogramm bekommen, aber es war trotzdem schön.

Dieses Jahr bin ich dann mit einem Plan hingegangen - ich wollte Lesungen besuchen, Blogger treffen, Autorn kennenlernen. Der enge Zeitplan hat mir dann das Genick gebrochen. Ich möchte daher versuchen, nächstes Jahr zwei Tage hinzufahren und irgendwo in Leipzig zu übernachten. Außerdem möchte ich dann etwas mehr mit euch in Kontakt treten und vielleicht ergibt es sich ja, mal mit anderen Bloggern oder Lesern gemeinsam hinzufahren.

Es gibt in Berlin viele Blogger und wer weiß, vielleicht leben einige davon ja sogar in meiner Nähe?

Vielleicht kann man das nächstes Jahr ja besser aufziehen und gemeinsam einen Bus chartern oder so...
Wenn alle zusammenlegen und vielleicht noch ein Verlag unterstützt, dann wäre das wirklich toll und wir könnten eine bessere Community schaffen. Wir könnten uns noch intensiver kennenlernen und uns austauschen übers Bloggen, über Bücher und die Freude am Lesen.


Bis dahin hoffe ich, dass euch mein Bericht - wenn er auch etwas gedrückt war - gefallen hat und ihr nicht von dem vielen Text erschlagen worden seid. 

Wie war die Buchmesse für euch?



Kommentare:

  1. Hö, siehste, in Halle 1 war ich aus Zeitgründen diesmal gar nicht, schade. Ach mensch, das mit der Lesung durch den Übersetzer ist ja ärgerlich. Ich fände es auch respektlos, wenn alle losstürmen, denn der Übersetzer verbringt ja auch unheimlich viel Zeit mit dem Buch und sicherlich auch mit dem Autoren. Aber das Ende zu verraten ist echt blöd :-(

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    1. Ja, das war schade, weil irgendwie hat es mir nun viel vorweggenommen. Meine Sitznachbarin war auch ganz empört darüber und hat dann auch gleich davon abgesehen, dass Buch noch zu lesen.
      Danke für dein Kommi!

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  2. Ja, das Spoilern find ich auch gerade total daneben. Das hätte ihm mal einer sagen müssen - vielleicht ist ihm gar nicht so klar, dass manche sich das Ende der Story nicht denken können. Immerhin hat er wahrscheinlich Wochen nur mit dem Übersetzen des Manuskripts zugebracht - da ist man dann wahrscheinlich irgendwann blind für sowas...
    Ich war ja am Donnerstag da, da war´s allerdings auch unmöglich voll, wegen der ganzen Schulklassen. Es ist, denke ich, relativ egal, wann man da hinfährt, voll ist es immer. Aber ich fands auch schade, dass deswegen so wenig terminlich möglich war, bei mir hat nämlich auch das ein oder andere nicht geklappt, weil immer irgendwer im Weg stand oder bummelig unterwegs war.
    Ich glaube, man muss da so einen Mittelweg finden: sich maximal 2 Termine fest vornehmen und dann aber wirklich zielgerichtet und flott wirklich nur zu diesen Orten hinstreben. Dann klappts vielleicht. Und den restlichen Tag dann so langbummeln... :)

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