Freitag, 28. Februar 2014

[Rezension] - Isola oder: Komm ich heut nicht, komm ich morgen....

Titel: Isola
Autor: Isabel Abedi
Verlag: Arena
Erscheinungsjahr: 2012 [6. Aufl. als Sonderausg.]
Seitenzahl: 324
ISBN-13: 978-3-401-50386-8
Preis : 9,99 € [D] / 7,99 € akt.

Worum geht's?: 

Zwölf Jugendliche sollen drei Wochen auf einer Insel vor Rio de Janeiro verbringen - umringt von unzähligen Kameras, die sie filmen, während sie ein geheimnisvolles "Spiel" spielen - bei dem nur einer gewinnen kann. Nur drei Dinge dürfen sie mit auf die Insel nehmen - und sie dürfen ihren Namen verändern und sein wer sie wollen. Auch die siebzehnjährige Vera ist bereit auf die Insel zu gehen. Allerdings aus Gründen, die sie von den anderen unterscheidet. Auch dabei ist ein Junge namens Solo, von dem sie von Beginn an wie magisch angezogen wird. Aber er scheint etwas zu verbergen.

Meine Meinung:

Das Konzept des Buches/der Story fand ich interessant, aber fragwürdig. Zu Beginn der Reise steht nämlich nicht fest, was die Jugendlichen auf der Insel tun sollen. Und hier frage ich mich: Was sind das für Eltern, die ihre minderjährigen Kinder auf eine Insel im Atlantik fliegen lassen, ohne zu wissen, was die Jugendlichen dort genau sollen, wohl aber mit dem wissen, dass alles jederzeit von Kameras aufgezeichnet wird?

Wie sehr muss man seinem Kind vertrauen und für wie reif muss man es halten, um so etwas zuzulassen?

Keiner der Jugendlichen erscheint mir reif genug für die Insel. Die Charaktere waren mir auch allgemein zu Stereotypisch. Für jeden Lesegeschmack war dadurch aber etwas dabei. Es gibt ein schüchternes, verschlossenes Mädchen, eine oberflächliche Zicke, einen Klassenclown und einen großen Typen mit weichem Kern.

Während ihrer Zeit auf der Insel nehmen alle Jugendlichen - die im laufe der Geschichte zu "Spielern" werden, Namen an, die sie sich selbst aussuchen können. Die Namen, die die Jugendlichen gewählt haben, geben dem Leser schon einen großen Aufschluss über den Charakter der einzelnen Personen.

Wer sich "Moon" nennt ist vielleicht ein bisschen ruhiger, spirituell und liebt die Natur und wer sich Joker nennt wird vermutlich für Spaß und Unterhaltung sorgen, oder? Recht gehabt.
Trotz der teilweise interessanten Namenwahl muss ich gestehen, dass mir nicht ein einziger Charakter ins Herz ging. Die meisten haben mich entweder nicht interessiert oder ich fand sie überflüssig und nicht für die Handlung wertvoll. 

Sie besaßen einfach keine Tiefe, kein Gefühl.

Erzählt wird die Geschichte der Jugendlichen als Rückblende aus der Sicht von Vera. Immer wieder betont sie, dass sie es bereut überhaupt auf die Insel gegangen zu sein. Dennoch hatte sie einen Grund dort zu sein, den der Leser aber erst nach und nach erfährt, der aber schon sehr schnell absehbar ist und am Ende nicht mehr überrascht.
Auch die "Liebesgeschichte" zwischen Vera und Solo nimmt keine Fahrt auf. Es zieht sich ewig, die Figuren finden keine richtige Verbindung zueinander, aber trotzdem ist Vera verliebt. Ich frage mich nur in wen, den Solo scheint sie weder richtig zu kennen, noch zu verstehen. Besonders am Ende wird das sehr deutlich. Vera sucht ja nicht einmal die Art von Kontakt, den man haben will, wenn man bis über beide Ohren verknallt ist. Bis zum Schluss kam bei mir keine Romantik auf.

Wo wir grad beim Ende sind: Ich fand es sehr gelungen. Endlich kam ein bisschen Spannung dazu, Geheimnisse wurden aufgedeckt und Freundschaften neu beleuchtet. Allerdings war ich auch froh, dass ich das Buch endlich "durchhatte". Ich breche Bücher nur ungern ab, das ist in den letzten Jahren auch nur klick! zweimal vorgekommen.

Ich denke, ich komme einfach mit Abedis Stil nicht zurecht.

Ich will sie mögen, aber es funkt einfach nicht. Auch "Whisper" fand ich okay, aber nicht herausragend.

Mit fehlte die Spannung, das Unerwartete, das Gruseln und vor allem das Angstgefühl, dass man hat, wenn man das Spiel der Insel spielt. Ich habe sogar manchmal das Gefühl gehabt, dass die Figuren überhaupt kein Interesse daran hatten zu gewinnen. Natürlich gibt es Charaktere, denen man zu Beginn den Ehrgeiz anmerkt, aber ich persönlich wäre das Spiel ganz anders angegangen.

Ich habe mir sagen lassen, dass dieses Buch an einigen Schulen unterrichtsbegleitend gelesen wird. Zum einen ist es natürlich moderner als manch anderes Buch aus Schulzeiten, aber im großen und ganzen finde ich es für Schüler nicht unbedingt literarisch wertvoll oder prägend. 
Besser fände ich Bücher wie "Erebos" von Poznanski oder "Nathan und seine Kinder" von Pressler. Meinetwegen auch "Nichts" und "Krieg" von Janne Teller - auch, wenn sich darüber wieder streiten lässt.

Meine Bewertung: 1 von 5 Punkten

P.S.: Ich weiß, dass es sehr viele Fans dieses Buches gibt und aus diesem Grund möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass dies nur meine eigene persönliche Meinung ist. Jeder Mensch denkt und liest anders. Ich will daher mit dieser Rezension weder die Autorin noch sonst jemanden angreifen oder gar verletzen. Mir persönlich gefiel dieses Buch einfach nur nicht.

Kommentare:

  1. "Whisper" fand ich so lala.
    "Isola" fand ich so lala.
    "Lucian" fand ich so lala und das Ende obendrein absolut blöde!!
    Ich glaube, ich komme mit Frau Abedis Stil auch nicht wirklich zurecht...

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    1. Dabei möchte ich die Bücher eigentlich wirklich mögen, weil ich sie als Mensch sehr nett und interessant finde. Aber ich komme einfach nicht gegen an... Manchmal ist da nichts zu machen...
      Danke für dein Kommentar.

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  2. Wirklich schade! Ich habe "Isola" schon vor ein Paar Jahren gelesen und fand es sehr angenehm. "Whisper" fand ich damals nahezu grandios. Aber manchmal soll es wohl einfach nicht sein, was?

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    1. Vielleicht sollte ich Whisper auch einfach nochmal lesen. Ich glaube es muss noch zu Schulzeiten gewesen sein und vielleicht war ich auch damals noch nicht reif genug dafür, ich weiß es nicht. Wenn mir Lucian mal irgendwann in die Hände fällt, werde ich dem Buch definitiv eine Chance geben. Oder vielleicht sollte ich es ja mal mit Abedis Kinderbüchern probieren, vielleicht gefallen mir die ja besser...
      Danke für deinen Kommentar!

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