Sonntag, 26. Januar 2014

[Filmkritik] - Der große Gatsby

"Gatsby? Welcher Gatsby?"


Genre: Drama
Literaturverfilmung: ja (s. "Der große Gatsby")
Regie: Baz Luhrman
FSK: 12
Länge:142 Min.
Schauspieler: Leonardo DiCaprio / Tobey Maguire / Carey Mulligan / Joel Edgerton
Website zum Film: klick!

Worum geht's genau?:

New York in den 20er Jahren: Jay Gatsby feiert in seinem Anwesen sagenhafte Partys und bietet der High Society den Treffpunkt schlechthin. Auch der junge Wertpapierhändler Nick Carraway fühlt sich zu dem Mann und seinen Festen hingezogen. Im Verlaufe der Geschichte merkt man schnell, dass die Feste nur einem einzigen Zweck dienen: die Eroberung Gatsbys großer Liebe: Daisy - eine Cousine zweiten Grades von Nick. Doch die ist mittlerweile verheiratet und hat ein Kind.

Mein Fazit:

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, den Film zu lieben. Das ist jetzt vielleicht etwas flach dahergesagt, aber ich habe mir in den vergangenen Wochen viele Gedanken hierzu gemacht.


Vor dem Schauen des Films hätte ich nie gedacht, dass er was für mich ist. Das liegt zum einen daran, dass ich weder ein Fan von Tobey Maguire noch von Carey Mulligan bin und ich auch nicht sehr interessiert bin an Dramen im allgemeinen. Ich hätte den Film auch vermutlich nie gesehen, wenn mein Freund ihn nicht unbedingt hätte kaufen/sehen wollen. 
Aber ich wurde überzeugt. 
Wie man auch im Trailer schon sieht protzen die Bilder und Charaktere nur so vor Extravaganz und sind doch grade in ihren ruhigen Momenten sehr empfindlich und verletzlich. 

Lange habe ich darüber nachgedacht, ob es die Bilder, die fantastische Musik oder die blenderischen Charaktere waren, die mich so berauscht haben oder ob an dem Film doch mehr dran ist. Manchmal lenkt das ganze Drumherum nämlich von schwachen Charakteren, sinnlosen Dialogen und schlechten Handlungssträngen ab. Und auch bei Gatsby hatte ich diesen Verdacht. Also habe ich den Film ein zweites Mal geschaut und noch mehr auf die Dialoge/Figuren geachtet. Ich bin immer noch überzeugt.

"Ich werde Ihnen die Wahrheit erzählen. Die Heilige Wahrheit über mich."

DiCaprio ist fantastisch besetzt. Kaum ein Schauspieler hätte die Rolle des Jay Gatsby meiner Meinung nach so grandios spielen können wie er. Zu Beginn noch unnahbar und prunkvoll mausert er sich zu einem Charaktermenschen mit gut nachvollziehbaren Wünschen und Träumen. Und man bewundert, was er für diese Träume getan hat und gleichzeitig hadert man mit sich selbst, was man tun darf um seine Ziele zu erreichen. Denn mit der Zeit erkennt der Zuschauer, das Gatsby nicht nur ein großartiger Geschäftsmann, sondern auch ein talentierter Blender ist, der es versteht, Menschen zu täuschen.
Sympathieträger war für mich (bis auf Gatsby selbst) keine der Personen. Nick war mir zu verblendet, Daisy zu unsicher, alle anderen Figuren zu belanglos. Vor allem Nick, der ja eigentlich der Erzähler von Gatsbys Geschichte ist war mir zu farblos, lediglich ein paar seiner Off-Kommentare haben mich zum Nachdenken angeregt. Emotional berührt hat mich niemand.
So hat das Filmende, das ich natürlich nicht verrate, keine emotionale Wirkung auf mich gehabt. Ich habe einfach "nichts" gefühlt. Ich war weder zufrieden, noch aufgewühlt oder bedrückt. Dafür gibt es einen kleinen Punkt Abzug in der Bewertung, den ein Film braucht ganz besonders eine Sache, um mich zu begeistern: Herz.
Dennoch war ich begeistert von der dichten Story, der Entwicklung der Story, den Dialogen und vor allem dem Humor einiger Darsteller.

Kurz: Ein schillernder Film, der aber auch gleichzeitig die Oberflächlichkeit der 20er Jahre zur Schau trägt. Dazwischen eine Liebe, die am Ende nicht das bekommt, was ihr zusteht.

Meine Bewertung: 4/5 Punkten


P.S.: Auch wenn ich die Musik teilweise etwas zu Modern fand, so hat mich doch am meisten der Soundtrack des Films überzeugt. Ich höre ihn seit Wochen rauf und runter, eine kleine Hörprobe gibt es hier!

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