Dienstag, 10. Dezember 2013

[Rezension] - "Sa(r)g niemals nie" oder: wir wollen doch alle mal der Gebieter sein... oder etwa nicht?

Titel: Sa(r)g niemals nie
Autor: Dan Wells
Originaltitel: A Night of Blacker Darkness
Verlag: Piper
Erscheinungsjahr: 2012 (Erstausg.)
Seitenzahl: 320
ISBN-13: 978-3-492-26883-7
Preis: € 12,99 [D] / € 13,40 [A]
 
Klappentext:
Der verrückteste Horror, den man für Geld kaufen kann: England, im Jahr 1817. Oliver Beard sitzt wegen seiner Gaunereien im Gefängnis. Als die Gelegenheit günstig ist, fädelt er seine Flucht ein und lässt sich nach draußen schaffen – im Sarg. Auf dem nahe gelegenen Friedhof steigt er wieder aus dem Grab. Doch er hat nicht damit gerechnet, dass er ab sofort eine Schar Vampire am, nun ja, Hals hat, die ihn für ihren auferstandenen Anführer halten – und zu allem Überfluss ist der wahre Gebieter der Vampire auch schon unterwegs, um seine Ansprüche geltend zu machen …[Verlagstext]

Meine Meinung:

Normalerweise hätte ich dieses Buch nie gelesen. Optisch ist es zwar ein Hingucker (auch durch den Rough Cut, den ich immer sehr toll finde), aber der Klappentext spricht mich leider gar nicht an. Kurz zuvor habe ich aber die Serienkiller-Reihe gelesen, die mich restlos begeistert zurückgelassen hat. Aus diesem Grund musste ich mir dieses Buch trotz Bedenken ertauschen. 
Der Klappentext beschreibt schon ziemlich gut, worum es geht. Die Story unterscheidet sich stark von den anderen Büchern des Autors, es ist gar ein ganz anderes Genre. Oliver Beard, ein eher durchschnittlicher Gauner, flieht aus dem Gefängnis und versucht sich ein Erbe unter den Nagel zu reißen, dass ihm nicht gehört.

Der Leser wird in eine ziemlich kuriose Welt geworfen : Vampire, eine Leichenstehlende Mary Shelly und eine ziemlich nervtötende Frau namens Gwen...

Dies sind nur ein paar der seltsamen Gestalten, denen der Leser auf 320 Seiten begegnet.
Die Story konnte mich leider nur mittelmäßg fesseln, trotz vieler lustiger Stellen hatte ich oft das Gefühl, dass alles etwas bemüht komisch war. Einige Witze und Begebenheiten erinnerten mich an den Film Burke & Hare. Oliver Beard (der übrigens gar nicht wirklich so heißt) gabelt während seiner wilden Verfolgungsjagd mit den Vampiren nämlich einen ziemlich trotteligen Typen auf (John) der fast interessanter ist als die Hauptfigur selbst. Er spricht ziemlich oft in Reimen, wobei man sich fragen muss, ob seine Talente nicht vielleicht woanders liegen. 

Die Vampire, tja, sind wiedererwartet einfach nur "Luschen". Hasenfüße, die naiver nicht sein könnten, dennoch aber zur Leserbelustigung beitragen. Sie glauben mit aller Macht daran, dass Oliver ihr Gebieter ist und bewundern ihn für seine "Gaben", die er eigentlich nur hat, weil er ein Mensch ist.

Das Buch besteht eigentlich aus einer Verfolgungsjagd, einem ziemlich gigantischen Erbe, verrückten Figuren und der Frage, wer sich das Geld zuerst unter den Nagel reißt.

Es gibt auch ein paar Tote. Manche sind davon allerdings nicht richtig tot, andere wiederum schon, aber eigentlich nicht wirklich, versteht ihr? Nein? Na dann seid ihr mit Dan Wells gut bedient, denn Logik ist in diesem Buch nicht immer wichtig.

Auch wenn ich bei einigen Stellen laut auflachen musste, so gibt es dennoch weiteren Abzug in der Bewertung: 
Zum einen mochte ich Oliver selbst nicht so wirklich, andere Figuren waren mir viel sympathischer. Wells hat den Fokus darauf gelegt, die Protagonisten authentisch zu gestalten, leider lässt er dabei die Hauptfigur außen vor. Auch gibt es zwischendurch viel "Gefasel", Dialoge, die man hätte streichen können, weil sie einfach mit der Geschichte selbst überhaupt nichts zu tun haben, sondern eher Lückenfüllend sind. Es gibt auch Szenen, die teilweise durchgekaut, fast schon wiederholt wirken, so als ob Wells sichergehen wollte, dass er Leser es auch wirklich verstanden hat. Es ist nicht mehr so anspruchsvoll und man merkt, dass dieses Buch ganz eindeutig zur Trivialliteratur gehört.

"Sarg niemals nie" soll unterhalten...

Es soll witzig und leicht zu lesen sein. Das hat Dan Wells zwar geschafft, die Frage ist nur, ob das Buch das wirklich nötig hat. Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir der Stil von Dan Wells immer noch gut gefällt!

Mir fehlt jetzt nur noch sein Roman "Du stirbst zuerst". Dieses Buch geht schon wieder eher in die Richtung, die ich mag.

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

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