Donnerstag, 21. November 2013

[Rezension] - "Frostblüte" oder: wunderbar wölfisch und wölfisch wunderbar...

Titel: Frostblüte
Autor: Zoë Marriott
Originaltitel: FrostFire
Verlag: carlsen (choice)
Erscheinungsjahr: 2013 (1. Aufl.)
Seitenzahl: 464
ISBN-13: 978-3-551-31270-9
Preis: 14,99 € [D] / 15,50 € [A]
 
Klappentext:
Frost lässt keinen an sich heran – aus gutem Grund: Sie trägt einen Wolfsdämon in sich, der immer dann hervorbricht und sie wahllos töten lässt, wenn sie verletzt oder von Gefühlen überwältigt wird.
Als sie sich notgedrungen einer Schar Krieger anschließt, die das Königreich vor Aufständischen schützen, weckt sie schnell das Interesse von Luca, dem Anführer, und das Misstrauen von Arian, seinem besten Freund. Beide Männer spüren, dass sie etwas verbirgt. Und Frost ahnt bald, dass einer von ihnen das Feuer ihrer Gefühle entfachen wird. Doch zu welchem Preis? [Verlagstext]

Meine Meinung:

Der Klappentext verrät nicht viel, aber eines sei gesagt: Es ist kein Werwolf-Roman, wie einige Stimmen behaupten mögen. Dennoch ist es ein High Fantasy Buch, also ein Buch, dessen Geschichte in einer eigenständigen, aber durchaus realen Welt spielt. Es gibt auch Magie in diesem Buch, die aber wirklich niemals zu dominant wird. Ich würde das Buch sogar denjenigen in den Schoß legen, die mit Fantasy so gar nichts am Hut haben. Es geht mehr um Liebe, Freundschaft, Treue und all die Eigenschaften, die man in einigen Jugendbüchern heutzutage vermisst, weniger um reine "Fantasy".

Und auch wenn es hier wieder eine Dreiecksgeschichte gibt, so bewegt sich dieses Buch doch weitab vom Mainstream.

"Frostblüte" besteht und überlebt durch seine dichte Story, tolle Charaktere und einzigartige Momente. 


Sowohl die Hauptfiguren der Story - Arian, Luca & Frost - als auch das Land, in der die drei sich bewegen, haben eine ganz eigene mystische Atmosphäre. Die Geschichte des Landes und seiner Könige wird sehr dicht, aber dennoch nicht langweilig beschrieben, auch die Kämpfe sind gut gesetzt und überschütten weder das Buch noch das Leben der Charaktere mit Gewalt, auch wenn Gewalt ein großes Thema ist.


Die Liebe und die Freundschaft zwischen den Figuren entwickelt sich langsam, es gibt keine "Liebe auf den ersten Blick".
Arian, Luca, Frost - sie alle sind sehr tiefgründig und intensiv beschrieben, sie haben ein eigenes Leben, eine eigene Geschichte. Und auch jede andere Person in diesem Buch ist von Bedeutung. Frost merkt, dass es nicht immer nur um sie geht, sondern dass jeder Mensch seine Geschichte und seine eigene Last zu tragen hat. Kein Mensch kann immer nur glücklich sein.

Jede Narbe, jeder Schnitt auf der Haut der Menschen hat seine Geschichte.

Wir lernen Frost zunächst als ein sehr verschlossenes und ängstliches Mädchen kennen, dass niemandem wehtun und es lieber allen recht machen will. Dennoch merkt der Leser schnell, dass mehr in ihr steckt. Sie ist mutig, schlau und eine Kämpferin. Sie hätte oft aufgeben können, aber sie hat es nicht getan. Sie schreit nach dem Leben.

Aus der Sicht von Frost geschrieben erleben wir immer wieder Situationen, in denen der Wolf von ihr Besitz ergreift. Das Buch besitzt Rückblenden in ihre Vergangenheit. Man lernt Frost als Kind kennen und wächst quasi mit ihr gemeinsam auf. Man taucht als Leser auch immer wieder in ihre Träume ein, die man fast schon mit Visionen gleichsetzen kann. Man beginnt Frost zu mögen, sie zu verstehen.

Toll fand ich auch, dass Frost keine klassische Schönheit ist. Sie ist durchschnittlich, ein bisschen wild. Sie hat Ecken und Kanten und genau das macht sie interessant. Arian bezeichnet sie sogar als hässlich, wobei eher Wut als Wirklichkeit ihn zu dieser Aussage trieb.

"Frostblüte" vermittelt eine Botschaft. 

Eine Moral, die sich jeder Leser ins Gedächtnis rufen sollte. Frost Vergangenheit, ihre Zukunft und ihre guten und schlechten Eigenschaften erinnern uns daran, dass niemand perfekt ist. Frost zeigt auch, dass jeder von uns Angst hat. Sei es vor einer Entscheidung, einem Ereignis oder einer unauslöschbaren Tatsache. Wichtig ist nur, dass wir uns unseren Ängsten stellen und sie besiegen, so wie Frost es tut. Ich denke, dass sie eine Inspiration für viele Jugendliche wäre, würde es sie tatsächlich geben.

Das Buch ist durchweg spannend, gut erzählt, witzig, aufregend und abenteuerlich.


Und weil es mir so unglaublich gut gefallen hat, habe ich auf der Homepage der Autorin gestöbert und herausgefunden, dass "Frostblüte" eigentlich nur so etwas wie ein Begleitbuch zu einer ganz anderen Serie ist. Es gibt eine Serie namens "Daughter of Flames", dessen Geschichte auch im Königreich Rua spielt. Ich habe also mal beim Verlag nachgehakt und bekam folgende Antwort:

 "...Zur Zeit sind (noch) keine weiteren Titel von Zoë Marriot in der engeren Programmplanung, aber nach dem fulminanten Start von "Frostblüte" behalten wir die Autorin im Auge. "Daughter of Flames" spielt tatsächlich in der gleichen Welt wie "Frostblüte" und erzählt von Ereignissen, die "Frostblüte" vorangehen. Der Titel ist im Original zuerst erschienen, aber die Bücher sind sehr gut unabhängig voneinander zu lesen. Uns hat das zweite einfach mehr überzeugt..." [carlsen - F. Seegraef]

Ich schätze also, dass wir uns in Zukunft auf mehr von der Autorin freuen dürfen! Auch wenn es vielleicht noch ein wenig dauert.
 
Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten! 

Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an carlsen & bloggdeinbuch.de!

Kommentare:

  1. Ich hab jetzt schon par positive rezesionen gelesen und ich glaube es wird zeit es mir langsam mal zu kaufen :)

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    1. Hey Nasti,
      Zeit wird es definitiv, das Buch ist wirklich großartig!

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