Sonntag, 4. August 2013

[Rezension] - "Schweigt still die Nacht" oder : Komm raus, komm raus... wo immer du auch bist...

Titel: Schweigt still die Nacht
Autor: Brenna Yovanoff
Originaltitel: The Replacement 
Verlag: script 5
Erscheinungsjahr: 2011 (1. Aufl.)
Seitenzahl: 368
ISBN-13: 978-3-8390-0127-1
Preis : 17,95 € (D)  / 18,50 € (A)
 
Klappentext:

Mackie Doyle lebt in Gentry, einer Kleinstadt in der amerikanischen Provinz. Doch die Welt, aus der er stammt, birgt Tunnel bis tief unter die Erde und bodenlose schwarze Tümpel, sie beherbergt wandelnde Tote und eine Herrscherin, so grausam wie die Nacht. Vor vielen Jahren wurde Mackie ausgetauscht – anstelle eines menschlichen Babys in dessen Wiege zurückgelassen.
Er würde alles dafür tun, ein normales Leben zu führen, unbemerkt von neugierigen Augen, doch die andere Seite der Nacht ruft ihn:
Als wieder ein Kind verschwindet, weiß Mackie, dass er sich den dunklen Kreaturen tief unter der Stadt stellen und endlich seinen Platz finden muss – in unserer Welt oder ihrer [Verlagstext]

Meine Meinung:

Gentry ist eine typisch-amerikanische Kleinstadt - vielleicht sogar noch ein bisschen langweiliger als alle anderen. Alles an dieser Stadt scheint gewöhnlich zu sein:
Gewöhnliche Menschen, gewöhnliche Häuser, gewöhnliche grasgrüne Vorgärten.

Aber Mackie Doyle weiß es besser...

Denn hinter, bzw. in diesem Falle "unter" der glänzenden Fassade der schicken Häuser verbirgt sich das Wissen darum, dass es etwas Böses ins Gentry gibt. Tief unter der Erde gibt es etwas, das einen düsteren Schatten über die Stadt wirft.
Ein Kind verschwindet (gilt offiziell als tot) und ein Mädchen namens Tate - die Schwester des entführten Kindes - hat schnell Mackie in Verdacht, etwas damit zu tun zu haben. Und sie behält recht - den Mackie weiß genau, was geschehen ist: Alle sieben Jahre stirbt ein Kind in Gentry - es wurde jedoch vorher gegen einen Wechselbalg ausgetauscht.

"Ich wollte mich unsichtbar machen, verschwinden. Ich wollte mich auf den Boden legen und darin versinken. So müsste ich wenigstens nicht fühlen oder denken. Ich könnte zu Erde werden, zu Gras und Wurzeln. Mich auflösen." (S. 280)

Der Leser erfährt bereits zu Beginn des Buches, dass Mackie anders ist, als die meisten Menschen:
Er verträgt kein Eisen, erleidet sogar Schmerzen, wenn er es berührt. Er kann keinen geweihten Boden betreten, problematisch, wo doch sein Vater Pastor an der hiesigen Kirche ist.
Mackie geht es bald sehr schlecht und er muss sich in die tiefen der Erde wagen um sich und das verschwundene Kind zu retten. Dabei trifft er auf viele unheimliche und auch bereits tote Gestalten und erfährt, dass er einer von Ihnen ist. Dennoch bemüht sich Mackie sehr, zu den Menschen zu gehören und ein Teil von ihrer Gesellschaft zu sein. Es geht in diesem Buch um Liebe, Freundschaft und Zuneigung, aber auch um Selbstzweifel, Hass und die Frage: "Wer bin ich wirklich?"
Die Protagonisten fand ich durchweg gelungen, neben dem Mädchen Tate spielen auch Mackies Freunde Roswell, Danny und Drew eine große Rolle. Man kann sie als "echte" Freunde betrachten, so, wie man sie sich auch selber wünschen würde. Sie sind loyal, ehrlich und wissen genau, wann sie Mackie lieber in Ruhe lassen sollten. Vor allem Roswell stach hervor durch seine fast schon brüderliche Zuneigung zu Mackie. Es ist ein sehr intensives und vor allem spannendes Buch - ein echter Pageturner.

"Das Hier war das Endspiel. Der Zeitpunkt, an dem alles verstummte und nur noch mein schneller , panischer Atem und mein Herzschlag zu hören waren. Es gab nur mich. Den Außenseiter, während jeder andere einen Platz hatte, an den er gehörte." (S.341/342)


Das Ende des Buches hat mich dann so richtig mitgenommen. Es war unglaublich toll, schön und auch irgendwie schrecklich zugleich und hat mich sprachlos zurückgelassen. Die Geschichte hat die unterschiedlichsten Gefühle bei mir wachgerüttelt und ich habe sehr lange über Gentry und seine Bewohner nachgedacht.
Das Cover ist sehr erwachsen gestaltet und durch den hohen Gruselfaktor der Story würde ich das Buch  niemandem unter 16 Jahren in die Hand drücken. Aber ich denke auch, dass muss jeder für sich entscheiden.

Meine Bewertung: 6 Punkte! 

P.S.: "Die Blumen des Schmerzes" habe ich mir auch bereits gekauft und möchte es bald lesen.

Kommentare:

  1. Wow! Du hast eine wirklich schöne Rezension zu dem Buch verfasst!:)
    Die macht mir richtig Lust, das Buch zu lesen und das Cover ist auch toll. So schön mystisch und strahlt schon so etwas gruseliges aus. Ich muss aber auch sagen, dass der Klappentext spannend klingt.:)

    LG
    Lynn

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    1. Hallo Lynn,

      vielen Dank, da freue ich mich. Ich habe dieses Buch wirklich geliebt, vielleicht gefällt es dir ja ebenso gut!

      LG

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