Donnerstag, 18. Juli 2013

[Rezension] - "The Weepers - ...und sie werden dich finden" oder: Ein Tag und eine Nacht...

Titel: The Weepers - ...und sie werden dich finden
Autor: Susanne Winnacker
Originaltitel: The Other Life
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2013 (TB)
Seitenzahl: 304
ISBN-13: 978-3453314245
Preis : 8,99 € [TB]

Klappentext:

Drei Jahre, einen Monat, eine Woche und sechs Tage: So lange ist es her, dass Sherry das letzte Mal das Tageslicht gesehen hat. Mit ihren Eltern und Geschwistern hat sie sich in einem Bunker verschanzt, nachdem ein Großteil der Bevölkerung von L. A. einem mutierten Virus zum Opfer fiel. Als die Lebensmittel zur Neige gehen, müssen Sherry und ihr Vater den Schritt nach draußen wagen – eine Expedition mit ungewissem Ausgang. Denn die wenigen Überlebenden, die durch die verlassenen Straßen der Stadt streifen, sind kaum mehr als menschlich zu bezeichnen und machen Jagd auf alles, was sich bewegt. Sherry und ihr Vater haben nur gemeinsam eine Chance – doch dann werden sie getrennt. [Verlagstext]

Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages gelesen. Und ich mochte es wirklich gerne. Die Geschichte beginnt in dem Bunker, in dem Sherry nun schon über drei Jahre lebt. Auf engstem Raum lebt sie mit ihren Eltern, zwei Geschwistern und ihrer Großmutter zusammen. Auch ihr Großvater ist noch da - tot und konserviert in der Tiefkühltruhe. Eines Tages gehen der Familie die Vorräte aus und Sherry und ihr Vater gehen an die Oberfläche um die Familie zu versorgen. Zuerst freut Sherry sich darauf, wieder einmal das Tageslicht zu sehen oder andere Menschen, vielleicht sogar ihre beste Freundin Izzy zu treffen, aber schon als sie das Haus verlassen, merken sie, dass nichts davon schön ist. Die Stadt wurde ausgebombt, die Häuser stehen leer und Leichen liegen aufgeschlitzt in ihrer Straße. Sherry hat das Gefühl, dass jemand oder etwas sie beobachtet und bald werden sie und ihr Vater angegriffen.


Sowohl Sherry als auch ihr Vater waren mir durchweg sympathisch. Und obwohl sie sich drei Jahre lang in dem Bunker nicht immer gut verstanden haben, so hat man doch eine tiefe Liebe und Verbundenheit zwischen ihnen gespürt. Sherry hat eine hohe Opferbereitschaft und sie versucht auch immer es allen recht zu machen. Sie kam sehr reif und bedacht rüber, was aber vermutlich auf ihre Zeit im Bunker zurückzuführen ist. Es gab Situationen, in denen ich vermutlich einfach weggelaufen oder mich verkrochen hätte, aber Sherry war sehr mutig und hat auch schnell erkannt, von wem eine Gefahr ausging und wer ihr helfen wollte.

Am meisten hat mich an diesem Buch beschäftigt, wie es wohl wäre über mehrere Jahre in einem Bunker eingesperrt zu sein, ohne zu wissen, was außerhalb dessen passiert. 

Eingepfercht mit anderen Menschen auf engstem Raum. Mit Kindern, die die Hälfte ihres Lebens in Finsternis verbracht haben. Sherrys Schwester Mia ist grade mal drei, als sie in den Bunker kommt. Sherry beginnt die Tage zu zählen - wie lange ist es her, seit sie das letzte Mal die Sonne gesehen hat? Seit sie das letzte Eis gegessen hat? Seit sie das letzte Mal ihre Freundin Izzy gesehen hat?
Sherry scheint ein gutes Gespür für Zahlen zu haben. Sie kann innerhalb weniger Sekunden berechnen, wie viele Minuten und Sekunden beispielsweise 18 Stunden haben. Sie wurde im Bunker unterrichtet und hatte dort vielleicht auch nicht viel anderes zu tun, als zu zählen...

Die Geschichte alleine hätte bei mir die volle Punktzahl verdient, aber es gab ein paar kleine inhaltliche Fehler, die einen halben Punkt Abzug zur Folge haben. Ein Beispiel:

  • Sherry schaut aus dem Fenster ihres Hauses und sieht, wie ihr kleiner Bruder von einer Gruppe Jungs bedrängt wird. Sie sieht, wie einer der Jungen ihren Bruder schubbst und der auf den Boden fällt: "Er hatte die Augen weit aufgerissen. Seine Lippen zitterten." 
In den meisten Amerikanischen Häusern - so auch in Sherrys's Haus - befinden sich die Schlafzimmer im ersten Stock und wenn wir mal davon ausgehen, dass die Auffahrt sehr kurz ist, bin ich mir doch sehr unschlüssig, wie man aus mindestens 10 Metern Entfernung sehen kann, dass jemandem die Lippen "zittern". (S.79)

  • Sherry trifft auf einen Mann namens Geoffrey und das Erste, was er ihr erzählt, ist, dass er mittverantwortlich für den Virus ist. Wenn ich vielleicht Millionen von Menschenleben auf dem Gewissen hätte, wäre ich doch niemals so dumm und würde sagen: "Guten Tag, ich bin Geoffrey und weißt du was? Ich habe vielleicht deine Familie gekillt!" (S.84/85)
Später bekommt man dann zwar so eine Ahnung, warum er gleich am Anfang alles herumposaunt, aber wenn ich ehrlich bin...


Wenn ich das erlebt hätte, was Joshua erlebt hat (ein Junge, den sie im Verlauf des Buches kennenlernt), was Sherry ind L.A. gesehen hat - dann hätte ich ihn nach dieser Beichte vermutlich getötet. Es gibt eine Grenze, die niemand überschreiten sollte und zu versuchen, Gott zu spielen ist schon weit über diese Grenze hinaus. Und zu sagen, es täte einem Leid, würde keinen Menschen zurück ins Leben bringen.

Alles in allem mochte ich das Buch aber sehr. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet, die "Weepers" waren wunderbar gruselig und auch an Spannung fehlte es nicht. Den 2ten Teil, der leider erst nächstes Jahr erscheint, werde ich definitv lesen.

Meine Meinung: 4,5 von 5 Punkten

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