Donnerstag, 11. Juli 2013

[Filmkritik] - Warm Bodies

"Diese Kerle nennen wir Knochen, die fressen alles was einen Herzschlag hat. Ich meine, das machen wir auch, aber ich fühl mich nicht wohl dabei."




Genre:(Zombie)-Komödie
Regie: Jonathan Levine
FSK: 12
Länge: 97 Min.
Buchvorlage?: JA! "Mein fahler Freund" von Isaac Marion
Schauspieler: Nicholas Hoult (R!) / Teresa Palmer (Julie) / Rob Corddry (M) / Dave Franco (Perry)
Website zum Film: klick! 

Worum geht's genau?: 

R ist ein Zombie. Und der größte Teil der Menschheit auch. Gemeinsam mit seinem Kumpel M und dem Rest der "Clique" macht R sich auf, die letzten noch existierenen Mensche zu verspeisen. Besonders lecker findet R dabei die Gehirne der Menschen, den in ihnen werden Erinnerungen übertragen und die schmecken R besonders gut.
Eines Tages frisst R das Gehirn des Jungen Perry und erhält damit seine erinnerungen. Er sieht Perrys Freundin Julie und verliebt sich sofort in sie. Er "entführt" sie und bringt sie zu seinem Zuhause, einem ausrangierten Flugzeug, vollgestopft mit menschlichen Andenken, die ihm aber alle etwas zu bedeuten scheinen. In den kommenden Tagen bemerkt Julie, dass mehr in R steckt als nur ein gefühlskalter Zombie – und R selbst entwickelt immer menschlichere Züge...
 
Mein Fazit: 
Aufgrund dessen, dass genau heute [11. Juli 13] sowohl die DVD als auch die Blu-ray zu "Warm Bodies" erscheint und ich von dem Film wirklich "zombiefiziert" wurde, dachte ich, ich geb mal meinen Senf dazu und animiere euch ein bisschen dazu  Geld zu verpulvern  investieren!

Vorab: Ich liebe Zombies. In jeder erdenklichen Ausführung: intelligent, strohdumm, schnell rennend, langsam hinkend, Wortbrei stöhnend und auch sprechend. Ich lese jedes Buch, gucke jeden Film, ziehe mir alles rein, was mit Zombies zu tun hat - und werde auch leider oft bitter enttäuscht. Es gibt wahnsinnig schlechte Zombie-Filme da draußen auf dieser Welt, ihr werdet nicht glauben, was ich alles schon gesehen habe...
Da könnte ich mich jetzt auch ewig drüber auslassen, aber das hier soll ja mal eine Filmkritik werden und keine epische Tragödie...


Als ich den Trailer (guckste oben) das erste mal sah, dachte ich "Das könnte was werden" - auch weil mal keine "klassische" Zombiegeschichte erzählt wurde wie sonst immer. Nein, ganz im Gegenteil. Es geht um einen Zombie, der sich in einen Menschen verliebt - das gabs bisher selten und schon gar nicht als Film. Also saß ich im Kino, wackelte mit den Beinen vor Aufregung und freute mich auf R.
Auch wenn ich Nicholas Hoult nicht unbedingt für den hübschesten halte - aber das ist in einem Zombiefilm vermutlich sowieso egal - und auch Julie nicht unbedingt eine klassische Schönheit ist, so fand ich es doch irgendwie mal ganz nett die "ungeschminkte" Realität zu sehen. Schon lange nervte es mich, dass Schauspieler selbst nachdem sie meilenweit gelaufen sind und zwanzig grauenvollen Toden von der Schippe gesprungen sind immernoch aussahen, als wären sie frisch aus dem Kosmetikstudio gesprungen. Aber mal ganz ehrlich: Wie realistisch ist das schon?
Ich meine, wenn man grade so mit dem Leben davongekommen ist, vielleicht durch den Dreck gekrochen ist, um zu entkommen, dann sieht man nunmal vermutlich Sch****e! aus.
Daher fand ich es bei "Warm Bodies" wirklich gut, dass Julie ungeschminkt aussah und auch nach einer durchzechten Nacht Augenringe und verstrubbelte Haare aufwies. Ich mochte auch ihre Art, R zu beobachten und zu studieren, manch andere hätte ihm vermutlich den Schädel eingeschlagen und wäre abgehauen, aber nicht so Julie. Sie war fasziniert davon, wie menschlich er wirkte, wie er mit ihr sprach und wie er versuchte ihr zu helfen.
Am besten gefielen mir hier auch R's Off-Komentare, die durch die Geschichte führten und das wiedergaben, was er dachte und fühlte.Der Zuschauer hörte, was R beschäftigte, auch wenn Julie das nicht tat.

 "Da kommt sie! Sei nicht gruslig, sei nicht gruslig!"

Auch wenn ich es sehr schön fand zu sehen, wie verknallt R in Julie war, so bin ich mir doch nicht sicher, ob diese Liebe "Echt" ist. Denn hätte R nicht das Gehirn von Julie's Freund Perry gefressen, hätte er sich auch nie in sie verliebt. Erst durch die Liebe Perry's, die er in seinen Erinnerungen mit sich trug, verliebte sich R in Julie.



"Wie sehen Leichen mit Skeletten kämpfen, Sir!"

Was ich auch ein bisschen Schade fand, war, dass die "Knochen", jene schrecklichen Fleischfressenden rennenden ÜberZombies (oder was auch immer sie sind), ein bisschen zu kurz in der Geschichte kamen. Ich verstehe natürlich, dass die ungewöhnliche Liebe von Julie und R im Mittelpunkt stehen sollte, aber... die Knochen waren so verdammt cool und anscheinend - so machte es auf mich den Eindruck - auch noch intelligent. Daraus hätte man soooooo viel machen können. Aber so dümpelten sie nur wie Randfiguren vor sich hin und wurden dann am Ende zu einer vermeintlichen Bedrohung, die aber innerhalb von ein paar Minuten Abgefrühstückt wurde. Schade.

Alles in allem hat mir der Film aber doch sehr gut gefallen und ich kann "Warm Bodies" bedenkenlos weiterempfehlen. Die Musik war okay, aber bis auf die wenigen guten Lieder auf R's Plattenspieler nichts besonderes.

Meine Bewertung: 4/5 Punkte

Kommentare:

  1. Oh wie toll, den Film hole ich mir heute und bin schon ganz gespannt, denn ich kenne das Buch nicht. Aber schön, dass du sagst, dass der Film gut ist. Denke dann lohnt sich auch der Kauf :-)
    Liebe Grüße,
    Kathi

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    1. Also mir und meinem Freund gefiel er ganz gut, und ich hoffe natürlich, dass du ihn auch magst!

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