Montag, 28. Januar 2013

[Rezension] - "Kälte" von Michael Northrup oder : Schneeeeee!

Titel: Kälte
Autor: Michael Northrop
Originaltitel:  Trapped
Verlag: Loewe
Erscheinungsjahr: 2012 (1. Aufl.)
Seitenzahl: 256
ISBN-13: 978-3-7855-7428-7
Preis : 6,95 € (D) / 7,20 € (A) 
 
Klappentext:
Es schneit wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Scotty und seine Freunde Pete und Jason gehören zu den letzten sieben Schülern ihrer Highschool, die darauf warten, nach dem Unterricht abgeholt zu werden. Bald jedoch wird klar, dass niemand mehr kommen wird.
Anfangs scheint es noch gar keine so schlechte Sache zu sein, den Abend und schließlich die Nacht in der Schule verbringen zu müssen – immerhin sind die zwei süßen Mädchen Julie und Krista mit von der Partie. Doch als zuerst der Strom ausfällt, dann die Heizung, schließlich die Wasserleitungen einfrieren und der Schnee draußen immer höher steigt und sie in Dunkelheit hüllt, liegen die Nerven blank – und plötzlich geht es ums nackte Überleben.[Verlagstext]

Meine Meinung:

Schnee gab es schon oft. Und auch viel. Deshalb macht sich niemand große Sorgen, als es anfängt zu schneien. Zur Sicherheit wird der Unterricht an der Tattawa High School eingestellt und die Schüler nach Hause geschickt. Der 15jährige Scotty Weems und seine Freunde Pete und Jason missachten dieses Gebot und bleiben länger in der Schule, um an einem Werkprojekt zu arbeiten. Am Ende verbleiben 7 Schüler und ein Lehrer in der Schule und warten darauf abgeholt zu werden. Aber niemand kommt. Sie stellen sich also auf eine Nacht in der Schule ein. Aber es schneit immer weiter. Der Strom fällt aus, ebenso die Heizung. Auch am zweiten Tag gibt es keine Anzeichen der Rettung. Der Lehrer macht sich auf den Weg, Hilfe zu holen. Er kehrt nicht zurück.
Die Jugendlichen beginnen sich Sorgen zu machen, ihre Möglichkeiten abzuschätzen. Und sie handeln.

"Eine Zeit lang standen wir bloß rum. Keiner hatte einen Plan für das weitere Vorgehen, außer gegen die Wand zu treten und zu fluchen." S. 80

Sie behandeln das größte Problem zuerst : den Hunger. 
Nach und nach beginnen die Schüler zusammenzuarbeiten, auch wenn sie ohne dieses Chaos womöglich nie miteinander geredet hätten. Und umso mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger wird es in der eingeschneiten Schule zu überleben. 

(Stellt euch an dieser Stelle einfach eine tolle Überleitung eurer Wahl vor!!!)

Ich mochte die Geschichte. Sie war durchweg spannend, schnell zu lesen und steckte voller interessanter Ansätze. Ich fand es auch toll, dass die Jugendlichen sich nicht nur Gedanken darüber gemacht haben, was sie tun sollen um zu überleben, sondern dabei auch an ihre Familien gedacht haben. Einige Eltern wohnen in Häuser mit nur einer Etage. Und der Schnee liegt schnell Meterhoch.

"Ich weiß auch nicht warum, aber ich stehe einfach drauf, sehen zu können, nicht entstellt zu sein und zwei identische Augen zu haben." S. 32 
(Scotty über das Tragen von Schutzbrillen im Werkraum)

Northrup hat sich gute Charaktere erschaffen. Von der Schulschönheit bis zum rebellischen Teenager war alles dabei. Erzählt wird die Geschichte allerdings aus der Sicht von Scotty - einem Durchschnittsschüler. Wobei ich aber finde, dass Northrup ihn gut gewählt hat, weil er viele Dinge eben sehr neutral und praktisch betrachtet. Er bewertet nur wenig und versucht immer, die anderen und ihre Handlungen zu verstehen. 
Im allgemeinen waren die Jugendlichen auch sehr erwachsen, selbst der rebellische Les handelte überwiegend vernünftig. Ich hatte zu Beginn eigentlich mehr mit einer "Herr der Fliegen"-Reaktion gerechnet, aber im Nachhinein bin ich ganz froh, dass die Charaktere sich nicht alle Gegenseitig fertig gemacht haben, sondern versucht haben zusammenzuarbeiten. 

Was für mich persönlich im Buch zu kurz kam war die angedeutete Liebesgeschichte zwischen Scotty und seiner Angebeteten, da hätte ich mir gerne die ein oder andere Seite mehr gewünscht. Dennoch hat mich dieses Buch sehr gefesselt, auch weil Northrup es schaffte mit kleinen Andeutungen immer wieder Spannung auf das Ende aufzubauen.

"Als wir drei dazukamen, waren wir zu acht, und mehr sollten es nicht mehr werden. Von jetzt an wurden es nur noch weniger."

Das Ende war mehr oder weniger offen, aber lasst euch überraschen...

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten!

Kommentare:

  1. Danke für die Rezi :)
    Bei mir steht das Buch auch noch im RuB, aber du hast es mir wieder etwas schmackhafter gemacht :)
    LG

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  2. Schöne Rezension :) Das Buch steht schon auf meiner Wunschliste und wird wohl bald gekauft.. Ich glaub ich schaff es aber nicht mehr diesen Winter.. Muss ich wohl bis nächsten warten.. Weil im Sommer lese ich sowas ungern..
    Ich bin schon sehr gespannt :)

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