Freitag, 30. Dezember 2011

[Rezension] - "Harold" oder: Ich nichts und du noch weniger...

Titel: Harold
Autor: einzlkind
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenzahl: 222
ISBN-13: 978-3-45343-597-1
Preis: 8,99 €

Klappentext:

Harold bringt sich gerne um. Das ist sein Hobby. Ansonsten ist er Wurstfachverkäufer. Aber seine spezielle Feindin aus der Käseabteilung sorgt dafür, dass Harold entlassen wird. Und dann muss er eine Woche lang auf den 11-jährigen Melvin aufpassen, der behauptet, ein Genie zu sein. Ein hochintelligentes, aber auch altkluges Bürschchen, um genauer zu sein: eine Nervensäge, die den wehrlosen Harold in ein Schlamassel nach dem anderen hineinzieht. Melvin sucht seinen Vater. Harold begibt sich mit auf die Reise und bereut es spätestens, als er die Queen überfährt. 

Meine Meinung:
Wenn man ein Buch liest, sollte man sich am Ende doch eigentlich gut oder zumindest berührt finden, oder nicht?
Ich hab mich, nachdem ich den letzten Satz gelesen habe, irgendwie schlecht gefühlt. Und etwas dumm. Melvin ist so eine Intelligenzbestie, Harold eher ein Stück trockene Stulle.

Melvin hat so oft Wörter benutzt, die ich nicht kannte, ich kam mit dem nachschlagen gar nicht hinterher.
Ich habe eigentlich immer gedacht, dass ich ein relativ gutes Allgemeinwissen habe, aber dieses Buch hat irgendwie dazu geführt, dass ich mich selbst ein bisschen blöd finde….
Ich bin schon einigen intelligenten Kindern begegnet und ich kenne auch sehr sprachbegabte Leute, aber Melvin war definitiv zu klug, zu gebildet und zu allwissend.
Es gab keine Frage die er nicht beantworten konnte, er wusste alles!

Egal welches Themengebiet...
Das fand ich wirklich sehr unrealistisch. Beim Kennenlernen der Charaktere und dem Einstieg in die Geschichte kam mir Harold irgendwie bekannt vor, ich wusste nur nicht woher. Und auch viele andere Teile des Buches kamen mir irgendwie bekannt vor.
Nach ein bisschen grübeln ist es mir dann wieder eingefallen. Kennt ihr den Filmklassiker "Harold und Maude"?, in der Harold gerne mal seinen Selbstmord inszeniert um heiratswillige Frauen zu vergraulen???
DAHER kenne ich Harold! Aber gut.
                                                 
Die Personen im allgemeinen waren mir auch zu überzeichnet - zu weit vom Leben entfernt um wirklich realistisch zu wirken. Es geht nicht nur um Harold und Melvin, sondern auch um alle anderen Figuren in diesem Buch. Jede Figur ist so krass gestaltet, dass man nur den Kopf schütteln kann.

Melvin ist - wie der Klappentext verrät - auf der Suche nach seinem Vater. Und Harold soll(te) helfen.

Harold hat darauf eigentlich absolut keine Lust, er geht lieber sterben.

Und sein "Tod spielen" ist das einzig witzige an dem Buch:

"Melvin versteht nicht genau, was Harold da macht. Es sieht so aus, als wolle er aus dem Fenster springen. Harold atmet die kalte Herbstluft ein, als würde er ein letztes Mal ihren herben Duft empfangen, von Ferne läutet eine Kirchenglocke, Blätter rauschen ihrem Ende entgegen und der Mond scheint, als sei er ein wenig beleidigt. Noch einmal innehalten. Hören. Sehen. Riechen. Das ganze Leben spult sich innerhalb einer Sekunde ab, mit Längen im Zwischenteil, ein Schritt nur, ein letztes Geleit und es ist vollbracht. 
Er springt.
Melvin macht das Licht aus, dreht sich um und schläft über der Frage ein ob Harold den Sturz aus dem Erdgeschoss überlebt hat." S. 133

Ich gebe es zu - ich finde das witzig. Aber ist euch was aufgefallen? Vielleicht etwas, das mit "Kommas" zu tun hat?
Das Buch ist konsequent durchzogen von Schachtelsätzen.....
Auch die Sprache des Autors ist eher gewöhnungsbedürftig. Entweder man mag es oder man mag es nicht.

Meine Bewertung: 1/5 Punkte

P.S. Ich persönlich finds total schade, wer sich erinnert, weiß, dass ich mich sehr auf das Buch gefreut. habe...
Hat jemand von euch Interesse an dem Buch?

Kommentare:

  1. Dieses Buch steht auch auf meiner Wunschliste. Und dein Vergleich mit Harold & Maude hat mich nur noch neugieriger gemacht. Aber überzeichnete Personen und Schachtelsätze klingt nicht so toll. Da rutscht es auf der Wunschliste erst mal wieder weiter nach hinten.

    LG
    Jai

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  2. Klingt nicht nach meinem Geschmack. :(
    Ich wollte dir noch einen guten Rutsch, viel Freude beim Feiern und Gesundheit& Glück im neuem Jahr wünschen. Mach weiter so, es macht Spass deinen Blog zu lesen. :)

    LG, Sarah

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  3. Zwei Freundinnen von mir haben es gelesen und fanden es relativ gut und eigentlich wollte ich es mir kaufen.Aber nachdem ich deine Rezension gelesen habe würde ich nie den vollen Kaufpreis bezahlen.

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  4. @Hey Lisa:

    Also wenn du Interesse an dem Buch hast sag es mir, dann bekommst du mein Exemplar.

    P.S. Der Link funktioniert nicht, wenn man auf deinen Namen klickt!

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  5. Das wäre lieb,danke.Eigentlich müsste der Link gehen,aber hier ist mal meine E-mail-Adresse:
    l-peters95@gmx.de

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  6. Ja,das wäre echt lieb,Also bei mir funktioniert der Link.Aber ich geb dir jetzt mal meine E-mail-Adresse:
    l-peters95@gmx.de

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  7. So:Habe das Buch inzwischen gelesen und rezensiert.Ich danke dir,dass du mir es geschenkt hast :)

    http://fliegende-gedanken.blogspot.com/2012/01/rezensionharold-einzlkind.html

    LG

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