Donnerstag, 20. Oktober 2011

[Rezension] - "Atherton - Das Haus der Macht oder: Edgar lass dich knuffeln!

Titel: Atherton - Das Haus der Macht 
Autor: Patrick Carman
Originaltitel: Atherton. The House of Power
Verlag: Kosmos Verlag
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenzahl: 368
ISBN-13: 978-3-440-12815-2

Klappentext:
Im Schatten dessen, was einmal die Erde war, existiert die dreigeteilte Welt von Atherton: 
Das sind die Highlands - das Zentrum der Macht. 
Tabletop, wo die Menschen unter einem niederträchtigen Aufseher schuften. 
Und in der Tiefe die unbewohnten Flatlands mit ihren grausigen Monstern. Edgar arbeitet in den Feigenplantagen auf Tabletop. Nachts aber klettert er verbotenerweise an den Felsen nach oben. Edgar ist auf der Suche. 
Wonach, weiß er selbst nicht genau. Eines Tages macht er eine unheimliche Entdeckung: Die Ebenen scheinen sich ineinander zu schieben! Wird Atherton untergehen?
Um seine Welt zu retten, muss Edgar sein Leben riskieren.

Meine Meinung:
Ein unglaublich toll geschriebener und wunderschön illustrierter Roman; mit eins der schönsten Kinder/Jugendbücher, die ich in letzter Zeit so gelesen habe.

Nur fällt mir die Einordnung schwer: Kinder- oder Jugendbuch....?

Edgar ist (wenn ich mich recht erinnere) 11 oder 12 Jahre alt, die Story selbst ist nicht "Brutal" geschrieben oder so, aber die Thematik des Buches geht eher in den Bereich Jugendliteratur.
Meiner Meinung nach handelt es sich beim dem Buch um eine Dystopie, aber 100% sicher bin ich mir nicht.
Neben der Erde, dem "Dunklen Planeten" existiert noch die Welt von Atherton, geschaffen von einem Mann, der zu intelligent ist um gutes für Atherton zu wollen.
Er hat Atherton bewusst in drei Ebenen unterteilt und der obersten Schicht die Macht gegeben über das lebensnotwendige Wasser zu bestimmen, das die Schichten unter Ihnen zum Überleben brauchen.
Es ist also ein Buch mit einer fiktiven Gesellschaft, die sich - wie ich finde - zum negativen entwickelt hat.
Es gibt eine reiche Schicht und eine Arme - Edgar gehört zur letzteren.

(Dennoch werde ich das Buch nicht für die Dystopien - Challenge verwenden, eben weil es offiziel vom Verlag nicht als Dystopie eingestuft wurde und ich mir beim Genre auch nicht so sicher bin.)
Nachtrag: Nach Rücksprache mit der Caro zähle ich das Buch nun doch zur Challenge ;-)

Edgar ist ein unglaublich lieber Junge. Wenn ich mal ein Kind habe, möchte ich einen kleinen Edgar. 
Obwohl er unter der Fuchtel vom grausamen Mr. Ratikan steht verliert er nie seinen Lebensmut, er klettert wie ein Eichhörnchen und freut sich schon über kleine Dinge, die für uns selbstverständlich sind.
In vielen Situationen hat er mir aber auch sehr Leid getan, ich hätte ihn gerne in den Arm genommen um ihn zu trösten. Er verliert zum Beispiel auf sehr schmerzhafte Weise eines seiner Körperteile (welches? Lesen!) und auch so wird er sehr oft verletzt. Körperlich, aber auch Seelisch.
Er schafft es aber immer wieder sich selbst hochzuziehen, zum Beispiel mit diesem Kinderreim: 

"Niemand ist hier, nur ich und die Bäume,
kein Mensch wird mich stören, solange ich träume.
Es kann niemand mich sehen und ich sehe keinen,
es droht mir kein Unheil, ich brauch nicht zu weinen"

Muahhhhh.... da geht mir echt das Herz auf...

Die Geschichte selbst ist sehr flott geschrieben. Edgar ist ein sehr aktiver Charakter, die Geschichte entwickelt sich unablässig weiter und man wird unweigerlich mitgezogen.
Auch die Tatsache, dass die Kapitel abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird fand ich sehr spannend.
Erst erzählt Edgar von seinem Leben auf Tabletop - und endet mit einem Cliffhanger - und dann erzählt sein Kumpel Samuel von seinem Leben in den Highlands, die Spannung auf die folgenden Kapitel nagt am Leser.

Ein Biss und die Hand ist weg! oO

Patrick Carman hat mit Atherton und seinen Bewohnern 
(zu denen auch die so genannten Vernichter gehören, die sich durch die Flatlands fressen)
eine wirklich schöne Welt kreiert.



Leider gab es ein paar kleine Denkfehler in der Geschichte, die leider auch so absurd waren, dass sie mich wirklich gestört haben:

Ein kleines Beispiel:
S. 80 : Zwei Leute kommen in eine Gaststube und bringen Edgar lebendige Kaninchen. Diese Kaninchen zappeln wie die verrückten und trotzdem schaffen beide es 11! Kaninchen zu tragen.
Vielleicht sehe ich das verkehrt, aber wer schafft es denn bitte 5/6 zappelnde Kaninchen gleichzeitig zu tragen, ein Kaninchen ist nicht grade winzig und die Tiere im Buch haben auch so ihre 4/5 Kilo.
Später trägt übrigens Edgar alle diese Kaninchen in einem Sack nach Hause.... und Edgar ist ungefähr so kräftig wie ich Papst bin.

Aber keine Sorge, zwei Seiten später schlafen alle Kaninchen auf einmal, der Sack bewegt sich kein Stückchen, ich dachte zuerst sie sind erstickt, aber nein, ein paar Zeilen weiter sind sie wieder alle wach und hoppeln im Sack herum.
Und mit kleinen aber feinen Fehlern geht es weiter.... aber gut, manch einer stört sich nich daran.

Ein kleines Schmankerl gibt es allerdings noch am Ende des Buches  - und es ist zu cool um es unerwähnt zu lassen:
Wenn man das Buch zu ende gelesen hat wird man mit vielen kleinen Details vertröstet, während man auf den nächsten Band wartet:

Ein Interview mit dem Autor - Ein Leseprobe von Band 2 - Tagebucheintragungen und Zahlencodes mit denen man auf :

www.drhardingsbrain.com

Videos und Sprachaufnahmen usw. anschauen kann.
Hier mal ein Code für euch als Vorgeschmack:
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Meine Bewertung : 4/5 Punkten


So sehen übrigens die nächsten 2 Teile aus:
Bd. 2 : erscheint Januar 2012
Bd. 3 : erscheint Juni 2012

Ich freu mich schon wie die Kaninchen im Sack^^

Kommentare:

  1. Danke, das klingt toll und jetzt werde ich das Buch auf jeden Fall nächsten Monat lesen.
    Ich hätte es spontan schon als Dystopie gezählt, allerdings hast du mich jetzt etwas verunsichert. Hm, mal sehen, ich wollte es vielleicht zur Wahl zur Dystopie für den November stellen.

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  2. Also, ich hab das Buch auch gelesen und die Dame vom Verlag meinte, das wäre eine Dystopie. würde ich jetzt auch so einordnen, denn es spielt ja in der Zukunft und die Erde gibts ja noch, nur das eben noch diese Welt zusätzlich von jemandem erschaffen wurde und die Menschen von der Erde dahin geschafft wurden, wenn man so will

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  3. @Friedelchen:
    Lass dich nicht verunsichern, ich bin nach reiflicher Überlegung und joshis Kommentar nun der Überzeugung, dass es sich um eine Dystopie handelt.
    Ich habe noch nicht so oft Dystopien gelesen und von daher habe ich wenig Vergleichsmöglichkeiten. Es ist vielleicht keine typische Dystopie so wie "Neva" oder "Cassia und Ky" - aber es ist eine.
    Mich haben wahrscheinlich die fantastischen Teile wie z.B. die Vernichter etc. irritiert!

    @Joshi:
    Das ist komisch, ich habe den Verlag auch angeschrieben und habe die Antwort bekommen, dass es keine Dystopie ist.
    Aber gut, ich werte es jetzt auch als Dystopie, vielen lieben Dank fürs kommentieren!

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  4. Das Buch hört sich sehr interessant an. Ich finde diesen Satz von dir wirklich toll: "Wenn ich mal ein Kind habe, möchte ich einen kleinen Edgar." :)
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Ganz viele liebe Grüße

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  5. Toller Blog! Mit so viel Liebe zum Detail! ;)
    Bin Neuling und würde mich über deinen Besuch auf meinem blog freuen :)
    Liebste Grüße
    Corinna

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  6. Tolle Rezi ;-)
    Ja, vielen Dank, und vor allen Dinge das Lesezeichen ist auch klasse ;-) Du wirst dann im nächsten Post erwähnt *grins*
    LG
    Sabrina

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  7. Huhu,
    ja du kannst das Buch gerne für die Challenge zählen :)
    Liebe Grüße Caro

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  8. Hallöchen :)

    Schöne Rezension hast du da geschrieben!
    Das Buch lese ich auch gerade und bin von der Geschichte total begeistert ;)

    LG Steffi
    http://steffisbookcase.blogspot.de/

    PS: Leserin Nr. 266 :p

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