Donnerstag, 29. September 2011

[Rezension] "Das Hohe Spiel - Die Drachenjägerin (1) oder : Ich will mitspielen!

Titel: Die Drachenjägerin 1 - Das Hohe Spiel 
Autor: Maja Winter (alias Lena Klassen)
Erscheinungsjahr: 2011 
Seitenzahl: 544
ISBN-13: 978-3-442-26813-9
Preis: 13,00 €

Klappentext:
Seit die junge Linn sich erinnern kann, träumt sie von Drachen, die ihr Dorf angreifen. Da geschieht die Katastrophe tatsächlich, und ihre Nachbarn machen sie für den Überfall verantwortlich. Innerlich aufgewühlt verlässt Linn ihre Heimat, um die Menschen, die sie liebt, zu schützen. Insgeheim ist sie aber entschlossen zurückzukehren - als Drachenjägerin!  [Verlagstext]

Vorab:
Zuerst einmal ein großes Sorry an Soleil von Verlorene Werke. Erinnert ihr euch noch an meinen ersten  "Überraschungspost-Post"?
Tuzki Bunny EmoticonIch habe damals dieses Buch in meinem Briefkasten gehabt und wusste aber nicht mehr woher ich es hatte...
So lag es also erst mal eine ganze Zeit auf meinem SUB und nur durch eine E-Mail von der Soleil bin ich drauf aufmerksam geworden, dass das Buch an eine Rezension geknüpft war.
Es tut mir wirklich wirklich leid, dass es nun so lange gedauert hat, ich bin ein Schussel...

Meine Meinung:

Ich liebe es.
544 Seiten sind für mich schon ein ganz schöner Brocken, aber ich war schneller durch als ihr "Yorschkrunsquarkherzljolnerstrink" sagen könnt.
"Das Hohe Spiel" ist der erste Teil einer Trilogie und ich frage mich, wie die Folgebände diesen furiosen Start noch übertreffen wollen...

Das Buch beginnt mit einem tragischen Vorfall - dem Überfall von Linns Dorf. Drachen brennen alles nieder und sie sind gnadenlos. Nicht einmal vor Linns kleiner Schwester machen sie halt und verletzen diese schwer.
Man erfährt eine Menge über Linn, ihre Familie und das Leben im Dorf.
Linn ist meiner Meinung nach jemand, den man "Anti-Held" nennt - ihr gelingt nicht immer alles sofort und es geht eine Menge schief, sie trägt viele Verletzungen davon, verlässt ihre Familie, ohne zu wissen, ob ihre kleine Schwester überhaupt noch lebt und verliebt sich in einen Jungen, der nicht der ist, der er vorgibt zu sein.

Linn ist oft sehr emotional, aber meist sind es Gefühle der Wut oder des Schmerzes:

"Innerlich glühte sie, zitterte sie, angespannt von Furcht und Erwartung, von Hoffnung und Triumph und Todesangst. Alles war da, lauter Emotionen, die sich in ihr aufstauten, sodass sie sich fühlte wie ein Pfeil, der fliegen muss, wenn er nicht brechen will; die Bogensehne spannte sich mitten durch ihr Herz." S. 354

"Drachenjägerin" wird man nicht von Heute auf Morgen
Ihr Weg in die sogenannte "Drachengarde" des Königs ist lang und hart, alleine in diesem Buch verstreichen fast drei Jahre bis sie ans Ziel gelangt.
Der Leser lernt eine Menge Menschen kennen, aber es wird nie langweilig oder unübersichtlich.

Linn selbst ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, aber noch mehr identifizieren konnte ich mich mit dem Narren des Königs - Jikesch. (Wehe ihr lacht^^)

Jikesch ist ein unglaublich lustiger Kauz, ich habe an manchen Stellen teilweise laut gelacht, seine Wortneuerfindungen übertreffen meine Seelenlage bei weitem.
Er hat ein unglaubliches Talent sich auszudrücken, er spielt mit der Sprache, erfindet Wörter, dreht Sätze wie ein Karussel und gleichzeitig schafft er es, Linn der beste Freund zu sein, den man haben kann.
Einer der zuhört, Geheimnisse behalten kann, sich um einen sorgt und sich sogar selbst opfern würde um Linn zu retten.
Auch eine Drossel, die in dem Buch nur eine Nebenrolle spielt, hat mir viel Spaß bereitet, sie treibt Linn immer wieder zu neuen Höchstleistungen an, sie krächzt immer:
"Faules Görr, Faules Görr, Arm hoch!"
Ich fands tierisch witzig :-)

Auch die Drachen (die in dem Buch eine große Rolle spielen) sind unglaublich detailgetreu dargestellt, sie haben sogar Namen und besitzen etwas, das in Linns Land verboten ist - Magie...

"Wenn ein Zauberer eine Blume ist, dann ist ein Drache ein Baum. Verstehst du denn nicht? Selbst der mächtigste Magier könnte nichts gegen ein solches Wesen ausrichten!" Linn dachte darüber nach. "Es gibt Blumen, die einen Baum ersticken können, wenn sie sich um seine Wurzeln schlängeln." S. 333

Linn ist ein sehr charakterstarkes Mädchen, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie es auch durch - egal wie oft sie dafür bluten muss.
Allerdings muss ich auch sagen, dass sie oft blind durchs Leben geht und in viele Ereignisse mehr hineinstolpert.
Viele Gespräche und taten schweben wie Puzzleteile in ihrem Kopf - ohne, dass sie sie aneinanderfügen kann.
Am Ende des Buches schließen sich aber diese Lücken und sie sieht endlich die Warheit:

"Erkenne, wer du bist. Erkenne, wer deine Feinde sind. Erkenne, wer deine Freunde sind. Dann bist du unbesiegbar.
Sie wollte es nicht glauben.
Und wenn du blind bist? ,  hatte Jikesch gefragt. Können wir uns nicht lieben, zwei Blinde im Dunkeln?
Genau das war sie gewesen. Blind." S. 514

Cover und Titel des Buches stehen übrigens in direkter Verbindung zum Inhalt des Buches, was genau "Das Hohe Spiel" ist, müsst ihr nachlesen^^
Meine Bewertung: 5/5 Punkten

P.S.:
So sehen die nächsten 2 Bände aus, ich habe sie bereits in meinem Regal liegen und habe nun schon mit dem zweiten Teil angefangen, der interessanter Weise genau an der Stelle weitergeht, wo der erste aufgehört hat. Alle drei Teile zusammen ergeben also ein großes Buch, Respekt Frau Winter!

Kommentare:

  1. klingt wirklich interessant, werde ich mal auf meine Wunschliste packen :)

    Danke für die tolle Rezi!

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  2. Seelen soll ne Trilogie werden, aber es gibt noch nicht mal den zweiten Teil auf Englisch

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  3. @Charly:

    Genau das war mein Ziel^^

    @Wonder:
    Vielen Dank für die Info, ich freue mich auf den nächsten Teil :-)

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  4. Huhu!

    Schön, dass dir das Buch ebenso zugesagt hat wie mir! Ich hab den zweiten Teil vor 2 Tagen durchgelesen und war einfach nur begeistert!!

    Den dritten werde ich mir nun mal bald besorgen! :D

    Lg, Nazurka. :)

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