Donnerstag, 4. August 2011

[Rezension] "Die Auswahl" oder BAM! was fürn Buch...

Titel: Die Auswahl - Cassia und Ky 1
Autor: Ally Condie
Originaltitel: Matched
Verlag: Fischer Fjb
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenzahl: 452
ISBN-13: 978-3841421197
Preis: 9,99 € [TB]

Klappentext:

»Ich stehe da und starre auf den Bildschirm und während die Sekunden verrinnen, kann ich nichts anderes tun, als stillzuhalten und zu lächeln. Um mich herum begannen die Leute zu tuscheln. Mein Herz klopft stärker denn je. Der Bildschirm ist und bleibt dunkel. Das kann nur Eines bedeuten ...«
Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?

Meine Meinung:
Super ! Genial! Lesen! Ende!

Nachtrag:
Ja, ich sehe es ja ein, so eine kurze Rezension bringt es nicht wirklich^^
Aber ich habe absolut nichts an diesem Buch auszusetzen! Ich war von der ersten Seite an begeistert und bin es auch bis zum Schluss geblieben...
Wisst ihr, es gibt so Bücher, die liest du, dann legst du sie zur Seite und nimmt ein anderes Buch und dann gibt es so Bücher, die liest du und mit jeder Seite, die du dem Ende näher kommst, wirst du trauriger. Und wenn du dann das Buch beendet hast, bist so entsetzlich traurig und so verdammt scharf auf die Fortsetzung, dass du anfängst Nägel zu kauen.
So gings mir hier. Ich fand dieses Buch so dermaßen toll..
Aber gut, ich sollte vielleicht erklären warum:

Cassia lebt - wie ich finde - in einer schrecklichen Welt.

In einer ruhigen, geordneten Welt, in der es augenscheinlich nichts als Harmonie gibt. Eigentlich ja ganz toll, aber wenn man dann hinter die Kulissen guckt, sieht man wie kaputt und rissig diese Gesellschaft eigentlich ist. Wie bestimmend und hart diese Gesellschaft ist. Wie alles "funktioniert", geleitet von den so genannten "Funktionären".

In vielen Dystopien ist es der Fall, dass man gleich zum Anfang des Buches schon jemanden kennenlernt, der an der vorhandenen Ordnung/an der Gesellschaft zweifelt.
Aber bei "Die Auswahl" ist das eben mal ganz anders. Cassia und ihre Familie gehen völlig auf in ihrer kleinen Welt. Sie zweifeln nichts an, sie fragen nicht, sie beurteilen nicht, sie folgen nur. 

„Ich empfinde Widerwillen, wenn ich daran denke, wie wir schnell auf den Hügel steigen, sobald die Funktionäre es uns sagen. Wie wir sofort unsere wertvollsten Gegenstände abgeben, sobald sie es uns befehlen. Wie wir uns niemals, niemals wehren.“ S. 261

Beim Paarungbankett (siehe Klappentext), bei der ihr zukünftiger Partner gewählt werden soll, ist Cassia glücklich, als die Wahl auf ihren besten Freund Xander fällt. Als sie sich dann zu Hause einen Mikrochip ansehen will mit den wichtigsten Daten über Xander, erscheint kurz ein Bild von einem anderen Jungen auf dem Monitor. Ky. Nun erst beginnt sie sich zu fragen, ob das System wirklich immer "richtig" ist.
Was weiter passiert, kann ich nicht erzählen ohne zu spoilern, aber genau in dem Moment, indem sie Ky sieht, beginnt sie zu denken.


Sie fängt an, sich mit der Welt, wie sie ist, auseinander zusetzen - mit Ky, ihrer Familie und vor allem sich selbst, ihre Wahrnehmung beginnt Dinge heraus zu kristallisieren, die "nicht richtig" sind. 

„Als die Dunkelheit endlich schwindet, bricht ein heißer, stahlgrauer Morgen an, ein Morgen ohne Dimension, ohne Räumlichkeit, ohne Tiefe. Die Häuser in unserer Straße wirken wie Kulissen, die ganze Szenerie wirkt künstlich wie in einer Filmvorführung. Ich habe das Gefühl, dass ich, wenn ich zu weit ginge, gegen eine Leinwand stoßen oder durch eine Papierwand brechen würde und  hinaus in das schwarze Nichts und ans Ende der Welt gelangen würde.“ S. 408

Sie beginnt, gegen das System anzukämpfen, anfangs lautlos und nur in ihrem Kopf, aber sie fängt immerhin endlich an sich zu wehren.

„Mein Herz brennt, und ich presse die Lippen fest aufeinander, damit ich diese Funktionäre nicht mit den Flammen verbrenne. […] Ihr glaubt, hier gäbe es nichts, weil wir uns nicht wehren. Aber in unseren Köpfen sind Worte, von denen niemand etwas weiß.[…] Wir besitzen Wertvolles, aber ihr werdet es niemals finden, weil ihr nicht mal wisst, wonach ihr suchen müsst.“ S. 255

Tuzki Bunny EmoticonUnd... sie verliebt sich in Ky: 
„Wie ich hier in meinem Bett liege, erschöpft und verletzt an Körper und Seele, sehe ich ein, dass die Funktionäre recht haben. Sobald man in einer Hinsicht etwas anderes will, verändert man das Ganze. Inzwischen will ich alles. Mehr und mehr und mehr. Ich möchte mir meine Arbeitsselle aussuchen. Heiraten, wen ich will. Kuchen zum Frühstück essen und auf einer echten Straße anstatt auf einem Laufband trainieren. Schnell laufen, wann ich es will, und langsamer werden, wann  ich es will. Entscheiden, welche Gedichte ich lesen und welche Wörter ich schreiben will. Es gibt so vieles, was ich will! Die Empfindung ist so stark, dass ich wie Wasser, wie ein Fluss des Verlangens bin, der einen See in Form eines Mädchen namens Cassia gebildet hat. Und am meisten will ich Ky.“ S. 374


Diese ganze Liebesgeschichte zwischen Ky und ihr hat mich sehr fasziniert, aber auch zum grübeln gebracht. (siehe unter der Bewertung)
Auf der einen Seite glaube ich schon, dass die Liebe zwischen den beiden etwas besonderes ist. Vermutlich zwar keine Liebe für immer, aber immerhin "Die erste Liebe", die, wie wir alle wissen, oft wie ein Sturm ist, der unverhofft kommt, lange in unseren Herzen wirbelt und dann erst langsam wieder verschwindet. Gerade die allererste Liebe betrachte ich immer als etwas reines und echtes. Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass sie sich niemals in Ky verliebt hätte, wenn sein Bild nicht auf dem Monitor erschienen wäre.
Er lebt in ihrer Siedlung, aber vor dem Paaungsbankett hat sie ihn niemals auch nur annähernd wahrgenommen.


„Unsere gemeinsame Zeit fühlt sich an wie ein Sturm, wie heftiger Wind und Regen, etwas, das zu groß ist, um damit umzugehen, und zu stark, um ihm zu entkommen. Er umweht mich und verwirrt meine Haare, benetzt mein Gesicht und lässt mich spüren, dass ich lebe, lebe, lebe. Es gibt Momente der Ruhe und des Innehaltens, wie in jedem Sturm, und Momente, in denen unsere Worte Funken erbringen, jedenfalls füreinander.“ S. 333

Wer jetzt denkt, er hätte es bei diesem Buch mit einer Schnulze zu tun, den kann ich beruhigen. Natürlich steht in gewisser Weise die Liebe im Mittelpunkt, aber es wird an keiner Stelle so schmalzig dass man sagt: "Ach komm.... das is nicht dein ernst jetzt...."

Bitte lest dieses Buch wenn ihr es zufällig in eurem SUB habt. Ich fand es umwerfend!
Und ich habe auch irgendwie noch nie so viele Stellen aus einem Buch mitgeschrieben... ^^
Die ganzen Zitate hänge ich euch einen Post tiefer rein.


Meine Bewertung:  5/5 Punkten

Zum Abschluss:
„Ich wollte mehr über diesen Jungen wissen, der in unserer Siedlung lebte, aber nie wirklich etwas von sich preisgab. Ich wollte erfahren, was vor seiner Ankunft mit ihm passiert war. Und ich wollte mehr über den Fehler bei meiner Paarung wissen. Inzwischen habe ich aber das Gefühl, dass ich vor allem etwas über mich lerne, wenn ich etwas über ihn in Erfahrung bringe. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich seine Worte lieben würde. Ich habe nicht damit gerechnet, mich selbst in ihnen wiederzufinden. Ist es dasselbe, sich in die Geschichte einer Person zu verlieben wie in den Menschen selbst?“  S. 244

Ist es dasselbe sich in die Geschichte einer Person zu verlieben wie in den Menschen selbst?
Was denkt ihr?
Und was denken die, die das Buch auch gelesen haben?

Kommentare:

  1. Hahaha...das Smily ist ja geil (also neben den Satz wo du geschrieben hast, das sie sich in ky verliebt. Ich fand das Buch auch ganz gut :) Hat bei mir zwar keine 5 Sterne erhalten, aber imemrhin noch gute 4 .)

    LG
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  2. Das Buch will ich auch noch unbedingt lesen. Schöne Rezension. Liebe Grüße, Diti

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  3. Kuckucks,

    eine sehr schöne Rezi, die das Buch auf meinem SUB erst einmal einige Plätze nach oben verschoben hat. Ich glaub, es wird das nächste sein das ich lese, so gespannt bin ich jetzt :)
    Danke für die tolle Rezi.

    Liebe Grüße
    Kristin

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  4. Super Rezi! Ich fand das Buch auch gigantisch gut - definitiv ein Muss-man-gelesen-haben-Buch :)

    Bin gerade zufällig über Deinen Blog gestolpert und muß es noch sagen: Er ist suuuuperschön!! :)

    LG

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  5. Also ich weiß ja nicht, das Buch ist in einer relativ eigensinnigen Atmosphäre geschrieben alledings ist es wirklich interessant wie sich ihre utopische sichtweise verändert und sie selbst lernt und mehr sieht mit einem mal!
    Hast du schon das zweite gelesen? :)

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  6. Ich bin sehr gespannt, wie mir das Buch gefällt!
    Auf meinem un:gelesen Bücherturm liegt es auch noch (auf Englisch) :)

    LG EMMA Bücherkeks

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  7. das erste fand ich gut, aber das zweite... naja war eher so mittelmäßig... schade eigentlich

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    1. Ich bin Hannas Meinung! Der erste Band war einfach genial und hat mich echt mitgerissen. Dann war ich total gespannt auf Band zwei... und wurde sowas von enttäuscht. Es war soo laangweilig. Und um ehrlich zu sein habe ich den zweiten Band schlussendlich abgebrochen, weil ich schlicht und einfach gar keine Lust mehr zum weiterlesen hatte. Und zwingen wollte ich mich nun auch nicht. An den 3. Teil habe ich mich dann gar nicht erst rangetraut, aber der soll ja angeblich besser sein als der zweite.
      Na ja, ich werde ihn wahrscheinlich trotzdem nicht mehr lesen. Ich habe mit dieser Triologie schon längst abgeschlossen. Schade eigentlich, denn der Auftakt war echt gut!
      Lg, Jane

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