Donnerstag, 5. Mai 2011

[Rezension] - "Totenmädchen" oder Nachricht aus dem Totenreich...


Titel: Totenmädchen
Autor: Mary Hooper
Originaltitel: Newes from the Dead
Verlag: cbj
Erscheinungsjahr: 2011 (1. Aufl.)
Seitenzahl: 320
ISBN-13: 9783570400722
Preis: 7,99 €

Klappentext:
Oxford, im Jahre 1650: Namhafte Mediziner und junge Studenten versammeln sich im Haus des Apothekers Clarke, um der Sezierung einer Leiche beizuwohnen. Die Tote ist die sechzehnjährige Anne Green, die wegen Kindstötung zum Tod am Strang verurteilt und gehängt worden ist. In Wahrheit wurde Anne Green vom Neffen ihres Dienstherren verführt und dann sitzengelassen – doch die Wahrheit hatte vor Gericht niemand hören wollen. Stunden nach Annes Tod ist der junge Student Robert der erste, der es wahrnimmt: Anne Greens Augenlider flattern. Sollte das Mädchen, das noch auf dem Schafott seine Unschuld beteuert hatte, den Strang überlebt haben?

Meine Meinung:
Sowohl Anne Green als auch Robert Matthews, die in dem Buch abwechselnd erzählen, waren mir von Anfang an sympathisch. Robert mit seiner leichten, warmen, gefühlvollen Art die Welt und vor allem Anne zu sehen und Anne, die warmherzige, junge, aber auch leider sehr naive Hausangestellte.
Und naiv bringt es eigentlich genau auf den Punkt: Man merkt Anne ihre 16 Jahre deutlich an, was ich persönlich aber wirklich positiv fand!
Sie ist nicht so übertrieben erwachsen dargestellt, wie es oft bei Jugendlichen in Jugendbüchern der Fall ist, sondern hat einen gutgläubigen, ungeheuer zutraulichen und verspielten Charakter und reagiert oft allzu menschlich. Gerade in den Momenten, in denen sie weinte, verzweifelt war oder sich Gedanken machte über ihre Situation, hatte ich das Gefühl, sie in den Arm nehmen zu müssen wie eine kleine Schwester, die sich das Knie aufgeschrammt hat.
Anne wirkte ganz am Anfang des Buches noch sehr vernünftig und bodenständig, aber vielleicht waren das alle Mädchen zu der Zeit, da sie, ganz anders als heute, viel früher ihren Weg in die Gesellschaft, und vor allem den damals noch schweren Haushalt finden mussten.
Was ich an dem Buch nicht verstanden habe war: Master Geoffrey! (Der Neffe von Annes Dienstherren, der sie schwängerte)
Oder besser gesagt: Annes Beziehung zu Master Geoffrey, diesem absoluten, verzeiht mir, "Arsch "von einem Mann!
Er umwarb sie und sie schlief mit ihm, und das nicht nur einmal...
Sie wusste, dass es falsch war, ihr Verstand wiederstrebte ihm und doch gab sie diesem Bengel immer wieder nach... wofür ich sie wirklich hätte ohrfeigen können!
Wenn sie ihn geliebt hätte, hätte ich das verstehen können, aus Liebe tut man oft die seltsamsten Dinge, aber sie gab ihm nach, weil er ihr Versprechungen machte, von denen sie hätte wissen müssen, dass er sie nicht einhalten würde.
Sie sprach oft darüber, dass sie an ihm und seinen Worten zweifelte und doch gab sie jedes mal nach, wenn er kam und mit ihr schlafen wollte...
Toll finde ich die Tatsache (oder sollte ich sie eher schrecklich finden?), dass die Geschichte der Anne Green auf einer wahren Begebenheit beruht (ein bisschen hat Mary Hooper natürlich dazugemunkelt), denn es macht die Geschichte noch spannender, weil man die ganze Zeit wissen wollte, was denn nun passiert und wie es weitergeht.
Wird Anne seziert? Hat sie wirklich überlebt? Und wenn ja, wie? 
Ein klasse Buch, absolut empfehlenswert.

Meine Bewertung: 5/5 Punkte

Kommentare:

  1. ich hab das Buch auch gelesen (Rezi folgt die Tage) und war nicht ganz so begeistert. Irgendwie war mir der Schreibstil zu monoton

    LG Kerry

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  2. Ich muss sagen, dass ich den Schreibstil sehr klar und spannend fand.
    Vielleicht wirkten einige Gedanken von Anne über ihr Leben etwas monton, weil sie mit sich selbst ja immer im Dialog war und sich selsbt Fragen gestellt hat, möglich...
    Aber ich mag Bücher, die in der Ich-Form geschrieben sind generell sehr gerne und ich glaube, dass ich daher auch bei sowas nicht so schnell gelangweilt bin...
    Ich glaube aber auch, dass historische Romane manchmal schnell öde wirken, da die Menschen anders sprechen als in der heutigen Zeit, was flott zu Monotonie führen kann...
    Ich werde mir deine Rezension auf jeden Fall durchlesen, mich interessiert die Meinung von anderen sehr...
    Ich hab schon eine andere Rezensione gelesen, in der es auch hieß, dass der Schreibstil monton oder "stumpf" ist, aber mir hats gefallen^^

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  3. Hallo,
    habe gerade deinen Blog gefunden. Toll hast du es hier, da bin ich doch gleich mal Leserin geworden.
    Schöne Rezi, ich denke das Buch wandert auf meine Wunschliste...
    Kannst ja mal bei mir vorbei schauen. http://bienesbuecher.blogspot.de/
    LG Sabrina

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